Österreich: Der neue starke rechte Mann

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Mit 81 Jahren will Frank Stronach, der Milliardär aus Kanada, es noch einmal wissen: Binnen eines Jahres hat er eine eigene Partei gegründet und sich selbst als Spitzenkandidat für die Wahlen zum Nationalrat am Sonntag, 29. September, aufgestellt: Stramm rechtspopulär gibt er sich und fischt damit ausgerechnet im Lager der rechtsextremen FPÖ, der alten Haider-Partei – die sind schwer beunruhigt.

Nach den vielen kleinen und großen Skandalen der letzten Jahren, der sogenannten „Freunderl-Wirtschaft“, hatte sich die rechtsradikale FPÖ mit ihren ausländerfeindlichen Parolen schon gut 30 Prozent der Wählerstimmen ausgerechnet und gehofft, Teil der neuen Regierung zu werden – Erinnerungen als die Zeiten werden da wach, in der die rechtsextreme FPÖ von Haider mit der ÖVP an die Regierung kam und ganz Europa damit schockierte. 

Nun kommt der alte Mann aus Kanada ihnen in die Quere: 10 Prozent kann er schaffen und damit die FPÖ aus dem Rennen um eine Regierungsbeteiligung 2013 werfen. Sein Programm, das scheint vor allem aus ihm selbst zu bestehen: Ein Unternehmer, der es richten kann im Land. Mal ist er gegen den Euro, mal für einen österreichischen Euro; mal für die Todesstrafe; mal für die Freigabe von Haschisch; stramm rechtspopulär, aber gegen Diskriminierung von Ausländern. Letzteres unterscheidet ihn von der FPÖ. Thomas Wedmann hat Frank Stronach im seinem Wahlkampf begleitet.