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Norwegen – Es geht an die Ersparnisse!

Länder: Norwegen

Tags: pétrole, hydrocarbures, fonds souverains

Der Einbruch des Ölpreises zwingt die Regierung, ihre Staatsreserven anzuzapfen, um den Haushalt auszugleichen. 

Auch in Norwegen hat der sinkende Ölpreise spürbare Folgen. Aufgrund der stark zurückgegangenen Einnahmen aus der Erdölförderung muss die Regierung neue Lösungen finden, um ihren Haushalt ins Gleichgewicht zu bringen. Das Land ist mit einer täglichen Förderung von 1,89 Millionen Barrel im Jahr 2015 die Nummer 15 unter den Erdölproduzenten und muss für das kommende Jahr auf seine umfangreichen Rücklagen zurückgreifen, um die Ausgaben wie geplant zu finanzieren, meldet Le FigaroAnders gesagt: Norwegen muss sein Sparschwein schlachten – eine Premiere. 

Die Ersparnisse von 750 Milliarden Euro machen den 1998 eingerichteten Fonds zur bestbestückten Finanzreserve der Welt, wie Courrier International berichtet. Damit sollen künftige Staatsausgaben sozusagen aus einer Hinterlassenschaft für die nachfolgenden Generationen finanziert werden. Die Financial Times schätzt die entnommene Summe von 400 Millionen Euro als relativ gering ein, sie markiere jedoch „einen historischen Wendepunkt“. Gegenüber dem Figaro erklärte der Wirtschaftsfachmann Kyrre Aamdal von DNB, einer der wichtigsten norwegischen Banken: „Wir gingen davon aus, dass wir erst später an dieser Weggabelung ankommen würden, ungefähr in den 2020er Jahren, doch aufgrund des sinkenden Erdölpreises tritt dies nun früher ein.“

 

 

Anstieg der Arbeitslosigkeit

Der Einbruch des Erdölpreises wirkt sich nicht nur auf die staatliche Schatztruhe, sondern auf die gesamte Gesellschaft aus. Norwegische Ölkonzerne wie Statoil, fangen ebenfalls an zu sparen. Das Unternehmen hat laut Informationen von Bloomberg bereits mehr als 20 000 Arbeitsplätze gestrichen. In einem Land, in dem jeder neunte Arbeitsplatz von der Ölindustrie abhängt, werden die Folgen schnell spürbar. Die Arbeitslosigkeit hat vor kurzem ihr Zehnjahreshoch eingestellt und wird wohl weiter leicht steigen. Laut Le Figaro rechnet die Regierung für 2016 mit 4,5 % Erwerbslosen im Vergleich zu 4,4 % im laufenden Jahr.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016