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Norwegen – Die Wolfsjagd boomt

Länder: Norwegen

Tags: urs, jagen, wölfe, Tieren

Knapp 12 000 Wolfsjagdscheine wurden dieses Jahr in Norwegen ausgegeben. Damit ist der wilde Hund erstmals eine beliebtere Beute als der Braunbär. 

Der Wolf steht bei norwegischen Jägern hoch im Kurs. Sechszehn der dreißig Tiere, die in der „Wolfszone“ im Südosten des Landes frei herumlaufen, dürfen zwischen dem 1. Oktober 2015 und dem 16. März 2016 geschossen werden. Und nie gab es mehr Freiwillige für diesen dreckigen Job: Der Tageszeitung  Aftenposten zufolge ließen sich 11 571 Norweger einen entsprechenden Jagdschein ausstellen, gegen 10 000 im Jahr 2013. Dies entspreche 723 Jägern auf ein Tier. Damit ist der Wolf sogar beliebter als der Braunbär, bei dem 10 930 Jäger auf 18 Tiere kommen.

 

Der Zeitschrift Sciences et Avenir zufolge ist die norwegische Jägergemeinschaft vor allem männlich geprägt – in dieser Saison sind nur 500 der insgesamt 20 000 Mitglieder Frauen. „Die Jagd spielt für die Regulierung der Wildtierpopulationen eine wichtige Rolle“, erklärte Espen Farstad vom norwegischen Jagd- und Fischereiverband im Aftenposten, hier zitiert im Courrier International. Viele Norweger würden ihren Jagdschein jedoch rein routinemäßig beantragen – für den Fall, dass sich einmal eine Gelegenheit ergibt.

 

Das Ende der Art in Norwegen?

 

Der Wolf wurde 1973 in die Liste der bedrohten Tierarten aufgenommen. Damals war er in Norwegen schon fast ausgerottet; nur wenige Tiere hatten in den nordischen Wäldern überlebt. In den 80er Jahren kamen dann zunehmend finnische, russische und schwedische Wölfe ins Land. Sie wurden mit einem elektronischen Chip versehen und können per GPS-Signal verfolgt werden. Angesichts dieser Überwachungsmaßnahmen und der drakonischen Populationsregulierung ist fraglich, ob der Wolf in Norwegen noch eine lange Zukunft hat.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016