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Norwegen – Der globale Saatgut-Tresor wird geöffnet

Länder: Norwegen

Tags: samen, Lebensmittelsicherheit

Der globale Saatgut-Tresor in Norwegen soll in Katastrophenfällen das Saatgut der wichtigsten Kulturpflanzen schützen. 

Der globale Saatgut-Tresor befindet sich in Spitzbergen, mitten in der Arktischen See. Am Montag, dem 21. September 2015, verkündete Åsmund Asdal, der Koordinator dieser „Arche Noah für Pflanzen“, dass nun erstmals ihre Dienste in Anspruch genommen werden müssten. Grund hierfür sei der Syrien-Konflikt: Nachdem in Aleppo das Internationale Zentrum für Agrarforschung in trockenen Regionen (ICARDA) zerstört worden war, bat die ICARDA um Rückgabe ihres in Spitzbergen eingelagerten Saatguts. Diese Samen sollen dazu dienen, in Nachbarländern wie dem Libanon den eigenen Saatgut-Vorrat wieder aufzuzüchten. BFM TV zufolge handele es sich dabei um 130 von insgesamt 325 Proben. Sobald die Formalitäten abgeschlossen sind, werden die Samen, die seit 2012 im nordischen Eis liegen, wieder zurück in den Mittleren Osten geschickt.

 

Das Depot mit dem Beinamen „Tresor des Jüngsten Gerichts“ wurde 2008 eingeweiht und dient als eine Art Backup für die ca. 1 700 Genbanken, die weltweit existieren, wie die Huffington Post erklärt. Ziel des Projektes sei es, so die Nachrichtenseite, „die Samenproben der wichtigsten Kulturpflanzen vor dem Verschwinden durch Naturkatastrophen, Kriege, den Klimawandel, Krankheiten, Unfälle oder falsche Lagerung in den Genbanken zu schützen.“

 

865 000 Proben

 

Der globale Samenvorrat lagert in 120 Metern Tiefe in einen Berg, die Konservierungsbedingungen sind mit einer Temperatur von -18°C optimal. Obwohl die Gegend friedlich und abgeschieden ist, muss man zuerst eine gepanzerte Tür durchqueren, bevor man in die drei großen Räume gelangt, in denen bis zu 4,5 Millionen verschiedene Pflanzenarten aufbewahrt werden können. Heute liegen in den Kisten bereits 865 000 Proben von 65 verschiedenen Genbanken, so Åsmund Asdal. Der norwegischen Zeitung Verdens Gang zufolge ist dies mehr als 40 % der Biodiversität aller weltweit bekannten Pflanzen.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016