Niger: Ein Land in Not

Länder: Niger

Tags: Boko Haram, Flüchltinge

Der Terror der islamistischen Boko-Haram-Milizen in Nigeria bedrängt inzwischen auch das bitterarme Nachbarland Niger…

Niger, verlorenen im Transitland
Niger: Ein Land in Not 90 Prozent der Flüchtlinge aus Afrika in Richtung EU durchqueren Niger... Niger: Ein Land in Not

 

Im Südosten Nigers, in der Region Diffa, leben 250.000 Flüchtlinge aus Nigeria und zehntausende nigrische Binnenvertriebene auf der Flucht vor dem Terror der islamistischen Boko-Haram-Milizen in 150 Lagern. Die Lebensbedingungen sind katastrophal: Die meisten Lager liegen in abgelegenen Halbwüstengebieten mit Temperaturen von bis zu 50 Grad. Viele haben bei den Angriffen auf ihre Dörfer Familienangehörige verloren. Es fehlen Wasser, Lebensmittel und medizinische Grundversorgung. Hinzu kommt die Angst vor immer neuen Angriffen durch die Boko Haram, deren Anhänger inzwischen auch in Niger agitieren.

Niger gilt als das ärmste Land der Welt. Die einheimische Bevölkerung kann ihre knappen Ressourcen nicht immer mit den Vertriebenen teilen. Hinzu kommt: Das Land ist seit einigen Jahren Transitland für Wirtschaftsflüchtlinge: 90 Prozent der afrikanischen Migranten, die über Libyen oder Algerien nach Europa wollen, nehmen den Weg über Niger. Mittlerweile sind es rund 15.000 pro Woche. Durch die Flüchtlingsströme droht das arme, aber bisher friedliche Land zu einem neuen großen Krisenherd in Afrika zu werden. Die  Internationale Gemeinschaft scheint das Ausmaß der Not im Land bislang zu unterschätzen.
 

von António Cascais, Louis Andrew und Michelle Barbine  - ARTE GEIE / Apollofilm – Frankreich 2016

 

Zuletzt geändert am 16. Dezember 2016