Niederlande: Teflon unter Verdacht

ARTE Reportage - Samstag, 9. Dezember 2017 - 16:40 Sendung (wieder)sehen

Länder: Niederlande

Tags: Teflon-Fabrik, Gesundheitsskandal

Seit zwei Jahren vermuten sie in Dordrecht, dass die Teflon-Fabrik von DuPont dort Land und Wasser verseucht haben könnte… 

Pays-Bas : les damnés du téflon
Niederlande: Teflon unter Verdacht Seit zwei Jahren vermuten sie in Dordrecht, dass die Teflon-Fabrik von DuPont dort Land und Wasser verseucht haben könnte…   Niederlande: Teflon unter Verdacht

Der amerikanische Multi DuPont ist seit 50 Jahren einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Stadt Dordrecht, 20 Kilometer von Rotterdam entfernt. Dort produzieren sie Teflon mit der Hilfe von Perfluoroctansäure, kurz PFOA oder C8. Teflon ist in den letzten 50 Jahren zu einem Bestandteil vieler Produkte unseres täglichen Lebens geworden – aber PFOA steht beinahe so lange unter dem dringenden Verdacht, Krebs zu erzeugen.

DuPont soll in Dordrecht seit Jahrzehnten zu sorglos mit den Rückständen von PFOA umgegangen sein: Über die Abluftkamine soll es sich in der Umgebung der Fabrik verbreitet haben, auf dem Land und im Wasser. Tausende Dordrechter haben ihr Blut auf PFOA-Rückstände testen lassen, die meisten mit positivem Ergebnis. Ehemalige Fabrikarbeiter und unmittelbare Nachbarn werfen DuPont nun vor, dass der nachlässige Umgang mit dem giftigen Sondermüll bei ihnen zu Krebserkrankungen geführt habe.    

DuPont kennt diese Gefahren seit 40 Jahren, der Öffentlichkeit in den USA sind sie durch interne Dokumente DuPonts ebenfalls seit langem bekannt. Nach einer Welle von zehntausenden ziviler Klagen erklärte sich DuPont gerade im Februar 2017 bereit, 671 Millionen Dollar Entschädigung an die Opfer in den USA zu zahlen. In Dordrecht stehen sie mit der Untersuchung der Folgen der möglichen PFOA-Kontamination noch ganz am Anfang. Die Bürger dort sind gerade dabei, sich gegen den Multi aus Amerika zu organisieren.
 

Von Arthur Bouvart, Mathieu Robert, Gilles Bovon – ARTE GEIE / Premières Lignes Télévision – Franckreich 2017

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2017