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Niederlande – strengere Auflagen für rituelle Schlachtungen

Länder: Niederlande

Tags: Fleish, halal, koscher

Neue Regeln für den Ablauf bei Schächtungen und den Export von nach jüdischem und islamischem Glaubensrecht erlaubtem Fleisch.

In den Niederlanden ist das Wohl der Tiere ein wichtiges Anliegen. Am 17. Februar 2016 kündigte die niederländische Regierung neue Maßnahmen zur Beschränkung ritueller Schlachtungen an. Wie die französische Wochenzeitung Courrier International berichtet, sind Schlachthöfe für koscheres und halal Fleisch ab dem 1. Januar 2017 verpflichtet, ein Tier zu betäuben, sofern es nicht innerhalb von vierzig Sekunden nach dem Schächten das Bewusstsein verliert. Martijn van Dam, Staatssekretär für Agrarpolitik im Wirtschaftsministerium und Mitglied der Arbeiterpartei, hat die niederländische Behörde für Lebensmittelsicherheit NVWA mit Kontrollen bezüglich der Einhaltung dieser neuen Regelung beauftragt, so die niederländische Abendzeitung NRC Handelsblad.

 

Weitere Maßnahmen betreffen ein Exportverbot für koscheres und halal Fleisch sowie eine verbesserte Transparenz bei der Auszeichnung. Das bedeutet, dass Fleisch nicht betäubter Schlachttiere künftig als solches gekennzeichnet und im Handel von anderen Fleischsorten getrennt angeboten werden muss.

 

Religiöse Lobby

Die niederländische Tageszeitung erinnert daran, dass die Partei für Tiere PvdD – mit ihren zwei (von 150) Sitzen in der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments – 2011 einen Gesetzesvorschlag zugunsten eines Totalverbots ritueller Schlachtungen ohne Betäubung eingebracht hatte. "Doch die Zweite Kammer lehnte diesen unter Berufung auf die freie Religionsausübung ab", erklärt die NRC und verweist auch darauf, dass sich "eine starke Lobby jüdischer und muslimischer Verbände" energisch gegen die Verabschiedung eines solchen Gesetzes gewehrt hatte.