|

Nie zuvor gab es so viele Flüchtlinge und Vertriebene

Länder: Afghanistan, Demokratische Republik Kongo, Syrien

Tags: Flüchtlinge, Data

Einundfünfzig Millionen zweihunderttausend. So viele Männer, Frauen und Kinder leben heute – nach Angaben der Vereinten Nationen – zwangsweise in Gebieten fernab ihrer Heimat. Davon sind 16,7 Millionen Flüchtlinge und – noch schlimmer – 33,3 Millionen Binnenflüchtlinge. Zusammen könnten all diese Menschen die sechsundzwanzigst-größte Nation der Welt bilden.

 

Die unten stehende Karte basiert auf Daten des UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, das hierzu über die vollständigsten Erhebungen verfügt. Hinzu kommen für jedes Herkunftsland die Zahlen der sechs vom UNHCR erfassten Bevölkerungskategorien, nämlich:

Mehr darüber...

Aus welchen Ländern kommen die Flüchtlinge? Wohin fliehen Sie? Information finden Sie hier.

- Flüchtlinge, die nicht in ihr Geburts- oder Aufenthaltsland zurückkehren können oder wollen, aus Angst vor Verfolgung auf Grund ihrer Rasse, Religion, Nationalität oder Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen oder politischen Gruppierung.

- Binnenflüchtlinge, die aufgrund ähnlicher Gründe wie Flüchtlinge gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, aber die dennoch im eigenen Land geblieben sind.

- Asylbewerber, die bei den zuständigen Behörden einen entsprechenden Antrag gestellt haben und darauf warten, ob diesem stattgegeben wird oder nicht.

- Aussiedler, die sich außerhalb ihres Landes oder ihrer Region an das UNHCR gewandt haben und auch nach ihrer Rückkehr in ihr Heimatland/ihre Heimatregion auf dessen Hilfe angewiesen sind.

- Staatenlose, die kein Staat – weder bürger- noch verfassungsrechtlich – als Staatsbürger anerkennt.

Noch nie, seit Beginn der statistischen Erhebungen vor fünfundzwanzig Jahren, gab es so viele Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge. Wie das unten stehende Diagramm zeigt, blieb die Zahl der Flüchtlinge über viele Jahre annähernd gleich. Allerdings stieg besonders die Zahl der Binnenflüchtlinge stark an. Davon betroffen sind in erster Linie:

- Syrien, wo der seit über drei Jahren andauernde Bürgerkrieg dazu geführt hat, dass dort derzeit mehr Binnenflüchtlinge erfasst werden (6,52 Millionen) als Flüchtlinge (2,47 Millionen).

- Kolumbien, wo der anhaltende Guerillakrieg zwischen den Revolutionären Streitkräften und der Regierung immer mehr Menschen in die Flucht treibt (insgesamt 5,37 Millionen Binnenflüchtlinge. Allein 2013 waren es 115 000).

- Afrikanische Länder, in denen noch alte Konflikte schwelen, wie in der Demokratischen Republik Kongo (2,96 Millionen Binnenflüchtlinge), im Sudan und im Südsudan (1,87, bzw. 0,33 Millionen), in Somalia (1,13 Millionen) oder – aktueller – in der Zentralafrikanischen Republik (894 400 Binnenflüchtlinge) und in Mali (254 800).

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016