|

Momentaufnahmen

Länder: Welt

Tags: Terrorismus, Klima, Indien, Griechenland

Eine blutige, traumatische Nacht in Paris und ihre Folgen, verpestete Luft in Neu-Delhi, aufgebrachte griechische Bauern in Athen, Migranten auf der Flucht vor dem drohenden Wintereinbruch und eine Geiselnahme in der malischen Hauptstadt Bamako. Das sind unsere Bilder der Woche.

13.11

Paris, Frankreich

 

Mehr zum Thema:

Frankreich bleibt im Ausnahmezustand. Unser Dossier zu den Attentaten von Paris.

Eine blutige, traumatische Nacht für Paris. Nachdem schwer bewaffnete Terroristen im ausverkauften Saal des Konzertgebäudes "Bataclan" 89 Menschen erschossen hatten, wurden die Überlebenden mit Bussen in Sicherheit gebracht. Bei den terroristischen Anschlägen vom 13. November starben insgesamt 130 Menschen, 352 wurden verletzt. Der französische Staatspräsident François Hollande kündigte noch am selben Abend Vergeltung an und sprach offen das Wort "Krieg" aus. In den Tagen nach dem Anschlag hat Frankreich eine Terrorgruppe in Saint-Denis neutralisiert und zwei Mal die Stadt Rakka bombardiert, die syrische Hochburg der Terrororganisation "Islamischer Staat", die sich am Sonntag zu den Attacken bekannt hatte. 

AFP PHOTO / FLORIAN DAVID

 

évacuation du Bataclan

14.11

Rio de Janeiro, Brasilien

 

Mehr zum Thema:

Verarbeitung im Cyberspace: Am Morgen nach den Anschlägen in Paris sprach die Welt der französischen Hauptstadt über die sozialen Netzwerke ihr Beileid aus. Unser Artikel.

Die Christusstatue "Cristo Redentor" in Rio de Janeiro strahlt seit einer Woche als Zeichen der Solidarität in den Farben der französischen Flagge. Nach den Anschlägen von Paris am vergangenen Freitag hatten sich viele Städte rund um den Globus solidarisch mit Frankreich gezeigt und bekannte Gebäude in "bleu, blanc, rouge" beleuchtet. Die Menschen nahmen auch in den sozialen Medien Anteil, mit Slogans wie "Pray for Paris" und "Nous sommes Paris". Auch in Deutschland gab es große Solidaritätskundgebungen wie auf dem Pariser Platz in Berlin

AFP PHOTO / CHRISTOPHE SIMON

Christ de Rio

16.11

New Delhi, Indien

 

Mehr zum Thema:

Am dem 30. November findet in Paris der UN-Klimagipfel statt. Die Zeit drängt, Lösungen müssen her. Unser Dossier.

Eine junge, indische Familie wartet darauf, eine dicht befahrene Straße in Neu-Delhi zu überqueren. Fußgänger sind in der Stadt zunehmend in der Unterzahl, während der Großteil der Bürger Auto fährt. Die Metropole mit 18 Millionen Einwohnern schreibt bei der Luftverschmutzung Rekordzahlen. Neben dem starken Kohleverbrauch für die Stromerzeugung ist auch die hohe Verkehrsdichte ein gewichtiger Faktor für die Umweltbelastung. Indien ist bei weitem nicht allein mit diesem Problem. Deshalb werden bei der UN-Klimakonferenz in Paris ab dem 30. November den 194 Teilnehmerländern verbindliche Umwelt-Richtlinien gegen den Klimawandel vorgeschrieben. Darunter auch Indien - das Land verursacht allein sechs Prozent der weltweiten CO2-Emissionen und soll diese bis 2030 senken.

AFP PHOTO / ROBERTO SCHMIDT

New Delhi pollution

18.11

Saint-Denis, France

 

Im Pariser Vorort Saint-Denis ist die Stimmung am Morgen des 18. Novembers höchst angespannt. Ein Scharfschütze wartet auf einen Befehl zum Schießen. Bei einem Anti-Terror-Einsatz in einer Privatwohnung wurden drei Menschen getötet, darunter der Drahtzieher der Pariser Anschläge, Abdelhamid Abaaoud. Eine weibliche Verdächtige, vermutlich die Cousine Abaaouds, zündete während des Einsatzes ihren Sprengstoffgürtel. Mehrere weitere Verdächtige wurden festgenommen. Sie werden verdächtigt, mit den IS-Terroristen in Verbindung zu stehen. Noch am selben Tag kündigte die Pariser Staatsanwaltschaft an, mit dem erfolgreichen Zugriff einen weiteren Anschlag vereitelt zu haben.

AFP PHOTO / LIONEL BONAVENTURE

 

Snipers à Saint-Denis

18.11

Athen, Griechenland

 

Mindestens 4.000 griechische Landwirte versammelten sich auf dem Syntagma-Platz im Zentrum Athens, um gegen die Streichung ihrer Steuervergünstigungen zu protestieren. Der Mann auf dem Foto ist einer von ihnen. Wenn die griechische Regierung ihre Sparpolitik verschärft, könnte er seinen Job verlieren. Die steigenden Steuererhöhungen des stark verschuldeten Landes führen immer mehr zum Rückgang des landwirtschaftlichen Sektors. Die Regierung um Alexis Tsipras hatte die Einkommenssteuern der Bauern verdoppelt. Bei den Protesten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Landwirten und der Polizei. Nachdem einige Demonstranten versuchten, das Parlament zu betreten, setzte die Polizei Tränengas ein. Griechenland hatte sich im Juli nach langen Verhandlungen auf ein drittes Rettungspaket mit den EU-Ländern geeinigt. Im Gegenzug muss das Land die Sparmaßnahmen umsetzen.

AFP / Michaud Gael / NurPhoto

Manifestation à Athènes

 

19.11

Gevgelija, Mazedonien

 

Mehr zum Thema:

Über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn nach Österreich und ins gelobte Deutschland: Tausende Flüchtlinge sind zurzeit über die sogenannte Balkanroute"nach Mittel- und Nordeuropa unterwegs. Unser Dossier.

An der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien überwachen mazedonische Polizeikräfte Migranten aus Liberia, Marokko, Pakistan, Sri Lanka und dem Sudan. Mazedonien, wie auch Serbien, befinden sich auf der sogenannten Balkanroute. Asylsuchende versuchen, über diesen Weg in Richtung Norden zu gelangen. Mazedonien und Serbien haben mittlerweile die Einreisebedingungen auf ihre Territorien erheblich eingeschränkt. In diesem Jahr sind laut Angaben der UNO mehr als 500.000 Migranten nach Griechenland gekommen.

AFP PHOTO / DIMITAR DILKOFF

Migrants en Grèce

 

20.11

Bamako, Mali

 

Der Schrecken über die Attentate von Paris steckte noch in den Knochen, als aus Mali die Eilmeldung eines neuen Terrorangriffs eintraf. In einem Luxushotel in der malischen Hauptstadt Bamako haben Angreifer am 20. November mindestens 170 Geiseln genommen. Das Radisson Hotel ist bei Diplomaten und bei Mitarbeitern der Air France beliebt.

Mehr zum Thema:

Die Sahelzone ist umkämpft und begehrt: Im letzten Jahrzehnt hat sich die Region zum Rückzugsgebiet für Terrororganisationen in Afrika entwickelt. Unser Dossier.

Das westafrikanische Land hat seit mehreren Jahren gegen bewaffnete Dschihadisten zu kämpfen. Im Dezember 2012 stimmte der UN-Sicherheitsrat einer militärischen Aktion Frankreichs zu. Die sogenannte "Opération Serval" verfolgte das Ziel, den Vormarsch bewaffneter Islamisten zu stoppen. Die französische Intervention hatte wirtschaftliche Gründe: Mali und das Nachbarland Niger verfügen über wichtige Bodenschätze. Frankreich übergab den Militäreinsatz später der UN-Blauhelmtruppe Minusma. Erst im August wurden bei einer vergleichbaren Geiselnahme in einem Hotel in Sévaré 13 Menschen getötet. Zu dem Angriff bekannten sich damals malische Dschihadisten.

AFP PHOTO / SEBASTIEN RIEUSSEC

Expired Rights

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016