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Momentaufnahmen

Länder: Welt

Tags: Momentaufnahmen, Fotografie

Es sind Augenblicke, die verewigt werden. Momente, die stillstehen. ARTE Info blickt in Bildern auf die vergangene Woche zurück, darunter die Flüchtlinge in Südostasien, Gewalt in Burundi und die Hitzewelle in Indien. 

 

24.05

Frankreich

 

Mehr zum Thema:

Wir haben das Festival von Cannes mit vielen Informationen, Reportagen und Geschichten begleitet. Um die Ereignisse Revue passieren zu lassen, klicken Sie sich durch das vielfältige Angebot von ARTE Cinema.

Zuversichtlich winkt der französische Filmemacher Jacques Audiard dem Publikum unmittelbar vor der Abschlusszeremonie des 68. Filmfestivals in Cannes zu. Kurz darauf war die Freude groß. Denn der Regisseur wurde noch am gleichen Tag von der Jury für sein gesellschaftskritisches Drama "Dheepan" ausgezeichnet und durfte damit den wichtigsten Preis von Cannes, die Goldene Palme, in Empfang nehmen. Audiard, der in jungen Jahren sein Studium der Literatur und der Philosophie an der französischen Sorbonne aufnahm, um es bald darauf wieder abzubrechen und sich als Cutter in der Filmindustrie zu versuchen, ist heute einer der wichtigsten Vertreter des zeitgenössischen französischen Kinos. Besonderen Erfolg heimste er zuletzt im Jahr 2009 für sein Krimidrama "Der Prophet" ein. Wie auch in seinem letzten Werk richtet der Drehbuchautor in "Dheepan" seinen Blick auf das Schicksal von Migranten in Frankreich. So erzählt der Film die Geschichte von tamilischen Flüchtlingen, die vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka in die Pariser Banlieue geflohen sind. Dass sich Audiard, der anfangs eher als Außenseiter gehandelt wurde, in diesen Filmfestspielen Preisträger nennen darf, ist damit auch ein politisches Statement von Cannes.

 

BERTRAND LANGLOIS / AFP 

Expired Rights

 

24.05

Nepal

 

Mehr zum Thema:

In unserem Dossier Nepal: ein Land nach der Katastrophe können Sie mehr zu dem Erdbeben in Nepal erfahren, das im Land für einen Ausnahmezustand sorgte.

Zwei Nepalesen begutachten die gigantischen Massen an Felsen und Erdreich, die in der Nacht vom gegenüberliegenden Berghang abgerutscht waren. Der Erdrutsch hat das darunter liegende Flussbett des Kali Gadanki zugeschüttet und das Wasser aufgestaut, wodurch der Wasserstand sprunghaft angestiegen war. Tausende Bewohner der naheliegenden Dörfer waren daraufhin aus ihren Häusern geflohen, aus Angst, die Flut könnte sie überspülen und wegreißen. Nepal war am 25. April von einem schweren Erdbeben getroffen worden, und ein weiteres Mal am 12. Mai. Fast 8.700 Menschen kamen ums Leben, rund 16.800 wurden verletzt. Millionen Menschen verloren ihre Häuser. Seitdem haben hunderte kleinere und größere Nachbeben die Erde erzittern lassen. Die Vereinten Nationen kritisieren unterdessen die mangelnde Zahlungsbereitschaft der Geberländer. Für die humanitäre Hilfe im Erdbebengebiet seien in den ersten drei Monaten gut 380 Millionen Euro nötig, doch nur etwa 20 Prozent des Geldes seien bislang von den Geberländern zugesagt.

 

NEPAL ARMY / AFP 

 

Expired Rights

 

25.05

Burundi

 

Mehr zum Thema:

Hier erfahren Sie mehr über die Unruhen im ostafrikanischen Burundi, Pierre Nkurunziza und die Rolle der Medien in einem der ärmsten Länder der Welt.

Ein Demonstrant steht vor einer brennenden Barrikade in der burundischen Hauptstadt Bujumbura. Er trägt eine Maske, die historischen Masken nachempfunden und Trauer auszudrücken scheint. Viele Regierungsgegner tragen bei Demonstrationen Masken und verhüllen ihre Gesichter, da sie Angst vor Racheakten der Sicherheitskräfte oder der bewaffneten Jugendorganisation der Regierungspartei haben. Seit der Oppositionsführer Zedi Feruzi am Samstag ermordet worden war hat die Opposition den Dialog mit Nkurunziza und seiner Regierung abgebrochen. Die Gewalt nimmt seitdem auch weiter zu, Polizisten gehen mit immer größerer Härte gegen Demonstranten vor, und auch außerhalb der Hauptstadt gab es die ersten Toten. Auslöser für die Welle der Gewalt war die Ankündigung von Präsident Nkurunziza vor vier Wochen, dass er ein drittes Mandat anstrebe - obwohl die Verfassung nur maximal zwei Amtszeiten vorsieht. Auch die Unruhen im ostafrikanischen Land und ein Putschversuch einiger Generäle konnten ihn bisher nicht von seinem Vorhaben abbringen.       

 

CARL DE SOUZA / AFP

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27.05

Deutschland

 

Eine entwicklungspolitische Organisation lässt Ballons mit Karikaturen von François Hollande, Angela Merkel, Barack Obama und anderen Staatschefs zum Auftakt des G7-Finanzministertreffens in Dresden aufsteigen. Sie protestieren gegen die Finanz- und Wirtschaftspolitik der G7-Staaten (Frankreich, Deutschland, USA, Italien, Großbritannien, Japan und Kanada). In Dresden treffen sich die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs, um unter anderem über effektivere Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung internationaler Konzerne zu diskutieren. Außerdem steht die griechische Finanzkrise auf dem Programm. Eine unmittelbare Staatspleite Griechenlands befürchten die Finanzminister in Dresden im Moment nicht.      

 

ROBERT MICHAEL / AFP

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27.05

Griechenland

 

Mehr zum Thema:

Erfahren Sie mehr über die Flüchtlinge, die nach Europa strömen, den Umgang mit ihnen in Europa und die Ursachen der Einwanderung in unserem Dossier zur Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer.

Gerade die warmen Sommermonate nutzen viele Flüchtlinge aus Bürgerkriegsländern wie Syrien, um in oft maroden Schlauch- oder Fischerbooten die Ägäis zu durchqueren, um, sobald sie auf europäischem Territorium angekommen sind, einen Antrag auf Asyl zu stellen. Der Druck auf die Regierung in Athen wird angesichts der Flüchtlingsströme immer größer. So sind allein am Montag und Dienstag mehr als 1.200 Flüchtlinge von der griechischen Küstenwache aufgegriffen worden. Allein auf der Insel Lesbos kamen innerhalb von zwei Tagen mehr als 600 Menschen an. Griechenland ist mit der Aufnahme der Flüchtlinge überfordert. In vielen Aufnahmelagern herrschen katastrophale Zustände. Aufgrund massiver Menschenrechtsverletzungen in den Lagern ist es nach einem Beschluss des Europäischen Gerichtshofs verboten, Asylsuchende aus anderen EU-Staaten nach Griechenland zurückzuschicken. Angesichts dieser humanitären Tragödie debattiert die EU-Kommission derzeit über eine Flüchtlingsquote. Diese würde eine gerechtere Verteilung der Asylbewerber in Europa ermöglichen und damit die Mittelmeerstaaten entlasten. Deutschland und Italien begrüßen die Quote, während Großbritannien, Irland und auffällig viele osteuropäische Länder den Vorschlag bisher ablehnen.

 

ANGELOS TZORTZINIS / AFP

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28.05

Indien

 

Mehr zum Thema:

Zahlreiche indische Dörfer leiden unter extremen Wassermangel, deshalb haben sich die Männer etwas einfallen lassen. Hier geht es zu unserer Reportage.

Ein kleiner Junge versucht sich mit einer improvisierten Dusche etwas abzukühlen. In Indien herrscht eine extreme Hitzewelle. In den vergangenen Tagen sind bereits mehr als 1.400 Menschen gestorben; in der indischen Hauptstadt Neu Delhi herrschen bis zu 48 Grad. Die Sonne brennt erbarmungslos auf den Subkontinent, doch in der Hauptstadt ist die Sonne kaum zu sehen, die Luft in der Stadt ist dermaßen verschmutzt, dass es die Sonnenstrahlen nicht durch die dicke Smogschicht schaffen. Um der Hitze zu entkommen, springen die Inder in Teiche, liegen im Schatten oder verbringen den Tag neben einem Ventilator. Doch von einem Ventilator, geschweige denn einer Klimaanlage können die meisten Inder nur träumen. Mehr als 1,25 Milliarden haben keinen Stromanschluss. Hinzu kommt, dass es sich nicht alle Inder leisten können, den ganzen Tag an einem schattigen Plätzchen zu verbringen, da sie Geld verdienen müssen, um ihre Familien zu ernähren. Das macht erfinderisch. Zahlreiche Menschen harren vor den U-Bahn Stationen aus, und lassen sich die kühle Luft aus den Tunneln um die Nase wehen. Andere spazieren mit Regenschirmen, doch die schützen nicht gegen die heißen Winde. Die Hitze hat auch Auswirkungen auf das Stadtbild, denn der Teer schmilzt, die Zebrastreifen in der Hauptstadt zerfließen. Am Schlimmsten sind vor allem die südlichen Bundesstaaten Telanga und Andhra Pradesh von der Hitzewelle betroffen. Behörden haben für die Bevölkerung Wasserstellen eingerichtet, zwischen 11 und 16 Uhr sollen die Menschen ihre Häuser und Büros nicht verlassen und an Haltestellen und Bahnhöfen werden Trinklösungen mit Zucker, Salz und Elektrolyten zur Verfügung gestellt. Die Rekord-Hitzewelle, die bereits seit mehr als einer Woche andauert, dürfte noch lange anhalten, denn der Monsun, der Abkühlung mit sich bringt und die Periode des Sommers beendet, wird erst in einigen Tagen, vielleicht sogar Wochen erwartet.

 

MONEY SHARMA / AFP

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28.05

Malaysia

 

Mehr zum Thema:

Hier erfahren Sie mehr über die Flüchtlinge in Südostasien.

Malaysische Polizisten tragen am Donnerstag Leichen durch den Regenwald im Grenzgebiet zu Thailand. Einige Tage zuvor hatten sie ein Massengrab mit 139 Leichen entdeckt. Erste Ermittlungen haben ergeben, dass die meisten Toten wahrscheinlich verhungert sind. Bei dem Gebiet in der im Norden Malaysias gelegenen Provinz Perlis handelt es sich um eine viel genutzte Schmuggler-Route, entlang derer Schleuser Flüchtlinge in das Land bringen. In Transitlagern, die von Schmugglern angelegt werden, stranden derzeit tausende Menschen, die der muslimischen Minderheit der Rohingya angehören. Vor einigen Wochen hatte sich die Nachricht verbreitet, dass rund 7.000 Bootsflüchtlinge vor den Küsten Malaysias und Indonesiens trieben. Keines der beiden Länder wollte jedoch die Flüchtlinge aus Myanmar aufnehmen.

MOHD RASFAN / AFP 

 

Expired Rights

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016