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Momentaufnahmen

Länder: Welt

Tags: Momentaufnahmen

Es sind Augenblicke, die verewigt werden. Momente, die stillstehen. ARTE Info blickt in Bildern auf die vergangene Woche zurück, darunter der Krieg im Jemen, die Erschiessung eines schwarzen US-Bürgers durch einen weißen Polizisten, und die Eröffnung des Nachbaus der Chauvet-Höhle in Südfrankreich.

06.04

 

 

Ein Arbeiter reinigt Gräber auf einem Friedhof in Schanghai. Anfang April findet in China das Totengedenkfest statt. Die Menschen fegen die Gräber von verstorbenen Angehörigen und legen Nahrungsmittel oder Blumen darauf. Bei den Feierlichkeiten, die drei Tage dauern, wird nicht nur gestorbenen Familienmitgliedern gedacht, sondern auch Soldaten und „Märtyrern“, die ihr Leben für das Land gelassen haben. Traditionell verbrennen Millionen von Chinesen auch Papiergeld, das den Angehörigen im Jenseits zur Verfügung stehen soll.      

 

JOHANNES EISELE / AFP

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07.04

 

 

Über das Flüchtlingscamp Jarmuk...

... und das Leid der Palestinenser in Syrien erfahren Sie hier mehr.

Eine Palästinenserin hängt Wäsche im Flüchtlingscamp Baharka auf, in der autonomen Region Kurdistan im Norden des Iraks. Sie ist vor Kämpfen zwischen der Terrormiliz IS und kurdischen Peschmerga-Truppen geflohen. Im Irak und in Syrien mussten große Teile der Bevölkerung ihre Heimat verlassen und vor Terror und Krieg fliehen. Über sieben Millionen Syrer befinden sich in ihrem Heimatland auf der Flucht, im Irak sind über eine Millionen Menschen im vergangenen Jahr aus ihren Herkunftsregionen vertrieben worden. Ban Ki-moon bezeichnet das Flüchtlingscamp Jarmuk in Syrien als „Todeslager“. Die Bewohner sind dem Terror der IS-Dschihadisten und den Angriffen der syrischen Luftwaffe ausgeliefert.     

 

SAFIN HAMED / AFP

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07.04.

 

 

Serbische christlich-orthodoxe Pilger warten darauf, im Wasser des Jordan in Qaser al-Yahud bei Jericho getauft zu werden. Dabei sollten sich die Täuflinge möglichst nicht verschlucken – von Trinkwasserqualität ist der Jordan noch immer weit entfernt. Jahrelang hat der Fluss Umweltaktivisten zufolge das unbehandelte Abwasser von 250.000 Jordaniern, 60.000 Palästinensern und 30.000 Israelis aufgenommen, ist von einem reißenden Fluss zu einem stinkenden Rinnsal verkommen. Erst in den letzten Jahren konnte sich der Fluss langsam wieder erholen. Die Tradition, sich im Jordan taufen zu lassen - wie einst Jesus von Johannes - ist ein alter Ritus zur Erinnerung an die eigene Taufe und für viele ein unverzichtbarer Teil der Oster-Pilgerfahrt ins Heilige Land. In allen Ostkirchen gilt die Regel, dass das Osterfest nicht vor dem jüdischen Passahfest liegen darf. Da fast alle Ostkirchen im Gegensatz zu den Westkirchen am nicht-reformierten julianischen Kalender festhalten, stimmen ihre Osterdaten meist nicht überein.

 

GALI TIBBON / AFP

 

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08.04.

 

 

Diese Menschen in North Charleston im Bundesstaat South Carolina protestieren friedlich gegen Polizeigewalt gegenüber Schwarzen. Ein neuer Vorfall hat die Debatte über exzessive Gewaltanwendung und Diskriminierung von Afroamerikanern durch Polizisten in den USA befeuert: Der schwarze Walter Scott war während einer Verkehrskontrolle geflüchtet, der Polizist Michael Slager schoss acht Mal auf Scott, fünf Kugeln trafen ihn in den Rücken. Der Beamte hatte sich auf Notwehr berufen, bis ein Handyvideo auftauchte – ein Passant hatte die Tat zufällig gefilmt. Slager wurde entlassen und wegen Mordes angeklagt. Die Stadt North Charleston kündigte an, über hundert Körperkameras für ihre Polizeitruppe anschaffen zu wollen. Bisher sind nur die Polizeiautos mit Kameras ausgerüstet. Eine gute Entscheidung für den Anwalt des Opfers, er erklärte, die Amateuraufnahmen seien der Wendepunkt des Falls gewesen. An diesem Samstag wird Walter Scott beerdigt.

 

JIM WATSON / AFP

 

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08.04.

 

 

Auf diesem Bild ist der "Complexo do Alemão" zu sehen, eine Armensiedlung in Norden Rio de Janeiros. Hier war es nach dem gewaltsamen Tod eines zehnjährigen Jungen zu schweren Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und den Einwohnern der Favela gekommen. Der Junge war während einer Polizeirazzia durch einen Querschläger getötet worden. In dem Siedlungskomplex kommt es immer wieder zu heftigen Schießereien mit mehreren Toten. Als Reaktion auf die wiederaufgeflammte Gewalt in der Favela hat der Gouverneur von Rio de Janeiro angekündigt, mehr Sicherheitskräfte in das Armenviertel schicken zu wollen. Im Zuge der Fußballweltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen im kommenden Jahr hat sich Brasilien die "Befriedung" der Favelas zum Ziel gesetzt, 2010 hatten die Armee und die Polizei das Viertel besetzt.

 

YASUYOSHI CHIBA / AFP

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10.04.

 

 

Huthi-Kämpfer patrouillieren in der Region von Aden, im Süden des Jemens. Die schiitischen Rebellen liefern sich seit Tagen heftige Kämpfe mit regierungstreuen Truppen um die strategisch wichtige Hafenstadt. Trotz der Bombardierung durch saudische Kampfjets rücken die Huthis weiter vor und erobern am Freitag eine weitere Stadt im Süden des Landes. Die beiden großen Mächte der Region, Iran und Saudi-Arabien, liefern sich im Jemen einen Stellvertreterkrieg. Für die Bevölkerung im ärmsten Land der arabischen Welt wird die Situation immer dramatischer. Internationale Hilfsgüter kommen nur langsam an. In den vergangenen die Wochen sollen mindestens 650 Menschen getötet worden sein.   

 

SALEH AL-OBEIDI / AFP

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10.04.

 

 

Ein Besucher steht vor einer der Höhlenmalereien der Chauvet-Höhle in Frankreich. Er befindet sich allerdings nicht in der Höhle selbst, sondern in einer nahezu perfekten Nachbildung. Die "Caverne du Pont d'Arc" in der Ardèche hat 55 Millionen Euro gekostet, knapp drei Jahre dauerte es, sie zu bauen. Steinzeitfans und Touristen können jetzt in der Höhlenreplik von mehr als 8000 Quadratmetern ausgewählte Teile der Originalgrotte bestaunen, auf Harz und Naturmaterialien finden sich Nachbildungen von Reliefs und Malereien die vor 36.000 Jahren entstanden: 425 Tierbilder in rund 1000 Zeichnungen, darunter auch die sonst nicht zu findenden Jäger und Feinde der Urzeitmenschen: Höhlenlöwen, Bären, Panther, selbst Rhinozerosse in Originalgröße. Die echte Höhle liegt nur rund zwei Kilometer Luftlinie entfernt, auf der anderen Talseite, versteckt im Kalksteinfels. Seit dem 22. Juni 2014 ist sie Teil des Unesco-Weltkulturerbes, am 18. Dezember 1994 hatten die Speläologen Jean-Marie Chauvet, Eliette Brunel Deschamps und Christina Hillaire sie entdeckt. Ein Jahr später wurde sie geschlossen, um nicht denselben Fehler wie mit der Höhle von Lascaux zu machen und die Gemälde vor Schaden zu bewahren. Vor den Forschern war ein ungefähr achtjähriger Junge mit einem Hund in der Höhle unterwegs, und hinterließ dabei die älteste datierte menschliche Fußspur der Welt – das war vor 26.000 Jahren.

JEFF PACHOUD / AFP 

 

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Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016