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Momentaufnahmen (15.08.2015)

Länder: Algerien

Tags: Momentaufnahmen, Fotografie, Feuer

Eine Explosion von apokalyptischem Ausmaß in China, vernichtende Brände in den dürren Wäldern Südspaniens, Feuerlöschpulver gegen den Ansturm von Flüchtlingen auf Kos, eine Sternschnuppen regnende Sommernacht in Europa und das womöglich erloschene Feuer eines chinesischen Regimekritikers. Willkommen zu unserem Wochenrückblick in Bildern.

09.08

Berlin, Deutschland

 

Nach jahrelangem Hausarrest in seiner Heimat darf der chinesische Konzeptkünstler Ai Weiwei jetzt wieder reisen. Seine erste Reise führte ihn nach Berlin, wo er sich mit Bürgermeister Michael Müller trifft und ab Oktober an der Universität der Künste lehren wird. Der Konzeptkünstler, der von seinen Bewunderern auch das "soziale Gewissen" Chinas genannt wird, hat schon oft mit seinen regierungskritischen Kunstinstallationen Aufsehen erregt und die chinesische Kommunistische Partei verärgert, die auf künstlerische Offenheit und Kritik hart reagiert. In Berlin gab er sich nun eher milde. Seine Kunstinstallationen werden aber wohl weiterhin für Gesprächsstoff auf der ganzen Welt sorgen. 

 

Expired Rights

10.08

Kos, Griechenland

 

Die griechische Touristeninsel Kos erlebt gegenwärtig einen regelrechten Ansturm von  Flüchtlingen. Anfang der Woche eskalierte die Lage, als die überforderten Sicherheitskräfte Schlagstöcke und Feuerlöscher einsetzten, um die Flüchtlinge davon abzuhalten, ein Fußballstadion zu verlassen. Die Sportanlage wurde ursprünglich zu einer Zentrale für Personenregistrierungen umfunktioniert. Die vorwiegend syrischen und afghanischen Flüchtlinge hatten nach ihrer Überfahrt aus der Türkei teils mehrere Wochen an den Stränden und auf den Straßen der Insel übernachtet. Sie warten in der Regel mehrere Monate, um eine Genehmigung für die Weiterreise aufs Festland zu erhalten. 

Im Juni hatte sich ein Journalisten-Team von ARTE Reportage auf die Insel Kos begeben, um über die Flüchtlinge und die mangelnde Infrastruktur zu berichten. Die Reportage „Das neue Tor nach Europa“ ist kann online angesehen werden.

ANGELOS TZORTZINIS / AFP

 

Kos Griechenland

 

11.08

Los Barrios, Spanien

 

Ein andalusischer Feuerwehrmann wandelt durch die gespenstische Landschaft, welche die Waldbrände in Südspanien hinterlassen hat. Seit dem 19. Juli haben sich die Waldbrände gemäss dem Landwirtschaftsministerium auf 39.000 Hektaren Land ausgebreitet. Tausende Menschen wurden evakuiert. In der Region Estremadura konnte ein Brand unter Kontrolle gebracht werden, doch der Bürgermeister Jésus Alonso zeigte sich ob des Ausmasses der Brände immer noch geschockt, wie wir in unserer Reportage vom 12. August berichteten. Zum Thema kommen auch die Sparmaßnahmen der spanischen Regierung, die eine Reduktion der Anzahl Förster nach sich zog. In einigen Gemeinden sprangen Einwohner in die Bresche, um gegen das Feuer anzukämpfen. 

PEDRO ARMESTRE / AFP

Los Barrios Spanien

 

12.08

Münchsteinach, Deutschland

 

Von Mittwoch auf Donnerstag konnten Nachtschwärmer in Europa ein Himmelsspektakel der besonderen Art bestaunen. Jedes Mal wenn die Erde die Bahn des Kometen Swift-Tuttle kreuzt, bietet sich den Erdbewohnern ein funkelndes Firmament. Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sind zu sehen, wenn die Meteore des Perseiden-Sternschauers auf die Erde regnen und im Kontakt mit der Atmosphäre ihre markanten Spuren durch den Himmel zeichnen. Wer es verpasst hat, kann sich schon auf den 14. Dezember freuen – dann kreuzt die Erde den großen Meteorstrom der Geminiden.

 

Perseiden

13.08

Tianjin, China

 

50 Tote, mehr als 700 Verletzte, Tausende Obdachlose: Das ist die schlimme vorläufige Bilanz einer Explosion auf dem Hafengelände der chinesischen Stadt Tianjin am späten Mittwochabend. Das Flammeninferno zerstörte Lagerhallen, Fabriksgelände, Häuser und für den Export bereitgestellte Produkte wie die Autos auf dieser Aufnahme vom Unglücksort. Eventuell sind zudem giftige Gase und Chemikalien ausgetreten, weshalb das chinesiche Militär und 217 Atom- und Chemiexperten nun Erde, Luft und Wasser vor Ort versorgen. Das Unglück ist nicht nur eine Tragödie für die betroffenen Menschen, es stellt auch eine besondere Herausforderung für die Kommunistische Partei und die chinesischen Behörden dar, die in den letzten Jahren zunehmend für ihren laschen Umgang mit Umweltproblemen und Risiken für Mensch und Natur kritisiert wurden. 

GREG BAKER / AFP

Tianjin China

 

14.08

Arizona, USA

 

Ein Navajo-Indianer trotzt in traditioneller Tracht der Hitze im Monument Valley Navajo Tribal Park in Arizona, USA. Die Navajo sind mit über 330.000 Stammesangehörigen das zweitgrößte der indianischen Völker in den Vereinigten Staaten und blicken auf eine stolze und tragische Geschichte zurück. Nach blutigen Auseinandersetzungen mit Spaniern und Mexikanern kamen sie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend mit der Westexpansion der USA in Konflikt und zogen schließlich ab 1864 in ein Reservat.

Im Zweiten Weltkrieg wurden Navajo-Indianer im Pazifikkrieg der USA für die Funkkommunikation eingesetzt, da ihre Sprache mit keiner asiatischen oder europäischen verwandt ist und sich daher als undurchdringlicher Code erwies. Der 14. August erinnert an diesen großen Verdienst eines Indianervolkes für die Kriegsbemühungen eines Landes, das lange gebraucht hat, um sich seiner eigenen Vergangenheit im Umgang mit ebenjenen Völkern zu stellen.  

 

Navajo-Indianer

15.08

Telanga, Indien

 

Vier Polizisten ruhen sich im südindischen Staat Telanga aus, nachdem sie in voller Montur an den Proben zu den Feierlichkeiten des Indischen Unabhängigkeitstages teilgenommen haben. Am 15. August feiert Indien mit Paraden, Feuerwerk und Folklore überall im Land das 69. Jahr der Unabhängigkeit vom Kolonialherrn Großbritannien. Das Golkonda-Fort nahe Hyderabad, wo diese Polizisten sich ausruhen, ist hingegen schon über 400 Jahre alt. Die Ortswahl soll von der langen und reichen Geschichte des Subkontinents lange vor der Kolonialherrschaft der Briten künden.

Indischer Unabhängigkeitstag

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016