Moderne Sklaven in Katar

Länder: Katar

Tags: Katar, Arbeitsmigranten

Täglich kommen neue Arbeitsmigranten nach Katar. Mit mehr als 80 Prozent machen sie die Mehrheit der Bevölkerung aus. Doch meist arbeiten sie unter menschenunwürdigen Bedingungen. Als der britische Guardian vor einem Jahr die Arbeitsbedingungen auf WM Baustellen anprangerte, kündigte das Emirat am Persischen Golf neue Sicherheitsstandards an. Doch laut eines Berichts von Amnesty International hat sich seither nicht viel verändert. Eine Reportage von Leo Mattei und Johnny Miller.

Qatar : travailler comme des esclaves
Katar im Visier von Amnesty International

Nicht nur die Situation auf den Baustellen des WM-Gastgeberlandes 2022 stellt ein Problem dar. Ein Bericht von Amnesty International, der am 23. April veröffentlicht wurde, prangert die Ausbeutung von Hausangestellten in Katar an. Laut Amnesty-Recherchen sind in Katar mindestens 84 000 Ausländerinnen als Hausangestellte tätig. Für die Studie mit dem Titel "Mein Schlaf ist meine Pause" interviewte die Nichtregierungsorganisation 52 Frauen zwischen Oktober 2012 und November 2013. Einige berichten, dass sie pro Woche 100 Stunden arbeiten und keinen Ruhetag haben. Wenn sie sich beschweren, kann ihr Gehalt gekürzt werden oder ihr Freiheitsrecht beschnitten werden. Sie sind auch Opfer von körperlicher Gewalt und sexuellen Übergriffen. Im Februar 2014 hatte die Zeitung The Guardian bereits Fälle von Missbrauch denonziert, die Regierung Katars bestreitet das jedoch bis heute. Rechtlich gesehen, ist häusliche Gewalt nicht strafrechtlich verfolgbar. Die Hausangestellten können aus eben diesem Grund auch nicht vom Arbeitsrecht geschützt werden.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016