Mauretanien: Die Plage nutzen

Länder: Mauretanien

Tags: Sumpfpflanze, Holzkohle

Eine gute Nachricht aus Afrika: Wie man nach einem ökologischen Desaster aus der Plage Nutzen ziehen kann, zum Wohl von Natur und Mensch.   

Mauritanie, les vertus d'un mal

Der Bau des Staudamms Diama im Fluss Senegal in den 80er Jahren störte und veränderte das  ökologische Gleichgewicht im Delta nachhaltig – manche Arten verschwanden, doch eine entwickelte sich zu einer Plage, der sogenannte Rohrkolben, eine Wasser- und Sumpfpflanze, die dichte Bestände mit einem undurchdringlichen Wurzelgeflecht entwickelt. Im Fluss Senegal breitete sich der Rohrkolben über 130 Kilometer an den Ufern aus, er behindert die Fischer mit ihren Booten, die Bauern und alle Menschen, die an den Ufern in den Dörfern leben. In den gestauten Wassern der neuen Rohrkolben-Sümpfe gedeihen Stechmücken, viele von ihnen sind Überträger von Krankheiten und die dichte Pflanzendecke verstopft die natürlichen und künstlichen Zu- und Abflüsse des Senegal.   

 

Auf der Suche nach einer Lösung für ein anderes brennendes Problem in seinem Land, der Abholzung der Wälder zur Gewinnung von Holzkohle für den heimischen Herd, kam der Ingenieur Babana Mohamed Lemine auf die Idee, ob man nicht vielleicht Rohrkolben zu Holzkohle verarbeiten könnte. Und es klappte: Der Rohrkolben aus dem Fluss ist die erste ökologisch wertvolle Holzkohle in Mauretanien, jährlich 50 000 Tonnen Holzkohle aus Bäumen können sie jetzt aus der wild wuchernden Sumpfpflanze gewinnen. Die Wälder bleiben stehen und der Fluss wird wieder schiffbar. Babana sagt: « Ich habe den Eroberer in Energie verwandelt! ».
 

Von Feurat Alani, James de Caupenne und Jacques Santiago Avalos – ARTE GEIE – In Sight Films - Vereinigte Arabische Emirate 2016

Zuletzt geändert am 3. Oktober 2016