Mali: Ein Traum zerbricht

Länder: Mali

Tags: Islamistengruppe

Oumou Sall Seck war seit 2004 Bürgermeisterin in Gundam, einer Stadt im Norden Malis nahe Timbuktu – doch sie musste fliehen, als die Islamisten im Frühjahr dieses Jahres den Norden Malis eroberten. Seitdem lebt sie in Bamako, der Hauptstadt Malis, 800 Kilometer entfernt von Gundam, der Stadt, in der sie geboren wurde.

Sie war damals, 2004, die zweite Frau in Mali, die es geschafft hatte, zur Bürgermeisterin gewählt zu werden – und das gegen viele Vorbehalte und Widerstände in einer sehr konservativen Region.

Unsere Reporterin hatten sie 2005 besucht, um über sie und ihre Arbeit zu berichten. Oumou Sall Seck wollte ihre kleine Stadt zu einem Vorbild für die ganze Region machen in Sachen Bildung, Gesundheit und wirtschaftlicher Entwicklung: Schon in den ersten Monaten ihrer Amtszeit ließ sie ein Gesundheitszentrum bauen, organisierte Klassen für alle, die Lesen und Schreiben lernen wollten und richtete ein Bildungszentrum nur für Frauen ein.

Doch damit war Schluss, als die Islamisten im Frühjahr die Region eroberten. Sie zerstörten Vieles, was Oumou Sall Seck aufgebaut hatte und plünderten ihren Amtssitz. Jetzt herrscht dort das sogenannte „Gottesrecht“, die Scharia.

Unser Reporterteam traf Oumou Sall Seck in Paris. Dort erzählte sie ihnen vom Untergang alles dessen, was ihr in Gundam einmal am Herzen gelegen hatte.

Eine reportage von Nathalie Georges, Elsa Kleinschmager und Isabelle Nommay – ARTE GEIE – Frankreich 2012

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016