Mali: Der Notarzt kommt per SMS

Länder: Mali

Tags: Mobilfernsprechen

Infektionskrankheiten sind in Afrika eine der häufigsten Todesursache von Kindern bis zum Alter von fünf Jahren: Tragisch - denn mit einer frühen Diagnose könnten mehr als die Hälfte dieser Kinder wohl gerettet werden. 

In Bamako, der Hauptstadt Malis, hat die Hilfsorganisation Pesinet nun einen telefonischen Notarztdienst per SMS eingerichtet. 
Und das funktioniert so: Der Arzt im Krankenhaus schickt Krankenschwestern auf Hausbesuch in die weit entfernten Viertel der Stadt. 

Sie untersuchen die kranken Kinder und schicken dem Arzt per SMS alle Informationen über die Krankheitssymptome an den Kindern. Der Arzt gibt dann wieder per SMS Anweisungen zur Behandlung oder bestellt Mutter und Kind ein zur Behandlung im Krankenhaus. 

Auf diese Weise kommt der Arzt sehr nahe an die kleinen Patienten heran. Denn traditionell warten viele Familien in Afrika viel zu lange, bis sie den meist beschwerlichen und im Zweifel teuren Besuch beim Doktor auf sich nehmen. 

Sie hoffen, dass es den Kindern schon bald irgendwie besser gehen wird oder vertrauen lieber auf die Künste der Heiler im Viertel. Das Modellprojekt läuft inzwischen so erfolgreich, dass die Verantwortlichen in Mali überlegen, es auch in anderen Regionen des Landes einzuführen.

Eine reportage von Philipe Brachet und Louis Gomez – ARTE GEIE – Frankreich 2011

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016