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Bob Dylan gewinnt Literatur-Nobelpreis

Länder: Welt

Tags: Literaturnobelpreis, Bob Dylan

Der Gewinner des diesjährigen Nobelpreises heißt Bob Dylan. Dylan alias Robert Allen Zimmermann wurde 1941 in den USA geboren und nur für seine "poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Gesangstradition" ausgezeichnet. Bob Dylan ist eigentlich Musiker und Schauspieler, doch des Öfteren hat Dylan auch schon literarisch auf sich aufmerksam gemacht. Legendär sind heute die 1963 veröffentlichten "Elf Entwürfe für meinen Grabspruch". 

Punkt 13 Uhr hat die Schwedische Akademie in Stockholm den Preisträger des Literaturnobelpreises 2016 verkündet. In einem auf Twitter veröffentlichten Video, erklärt Sara Danius vom Schwedischen Komitee die Entscheidung der Jury im Detail (auf Englisch):

 

 

Der 75-jährige Bob Dylan, der bereits mehrfach für die Auszeichnung im Gespräch war, ist seit fünfeinhalb Jahrzehnten im Musikgeschäft und hat die Folk- und Rockszene entscheidend mitgeprägt. Er wird für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Song-Tradition geehrt, wie die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm bekanntgab. "Blowin' In The Wind", "Like A Rolling Stone" und "The Times They Are a-Changin'" gehören zu seinen berühmtesten Songs.

 

 

      

 

Die Kollegen von Blow up haben Bob Dylan mal genauer unter die Lupe genommen, als er seine 50 Jahre Karriere mit der Veröffentlichung eins neuen Albums feierte: Tempest. Die richtige Gelegenheit für ein Top 5 Spezial:

 
Wer richtet über literarische "Qualität"?

Die Schwedische Akademie besteht aus 18 Mitgliedern – ihres Zeichens Sprachwissenschaftler, Historiker und Autoren. Seit 1901 entscheidet sie, wer das Preisgeld von umgerechnet rund 830 000 € erhält. Für die Wahl gebe es, erklärt Jury-Mitglied Sara Danius "eigentlich nur ein Kriterium: Qualität". Wie die Jury ihre Entscheidung fällt, wird lange unter Verschluss gehalten – die Kandidaten für den Literaturnobelpreis werden erst fünfzig Jahre später bekannt gegeben.

 

Favoriten im Rennen

Deshalb gibt es im Voraus auch nur Spekulationen über potenzielle Kandidaten. Wie jedes Jahr wurde bei Onlineportalen wie Ladenbroks auf den möglichen Gewinner gewettet.

 

Die drei Favoriten waren:
- Der kenianische Autor Ngugi Wa Thiong'o, der über die postkoloniale Zeit in Kenia geschrieben hat und seinen Roman "Caitani Mutharabaini" (1988) auf Toilettenpapier im Gefängnis verfasst hat.
- Der Pop-Literat Haruki Murakami, der als Pasta-Fetischist und für Erfindungen wie Pancakes mit Cola, berühmt wurde.
- Der syrische Dichter Adonis, der als der maßstabgebende Lyriker im arabischen Sprachraum gilt und durch Werke wie "Wortgesang. Von der Dichtung zur Revolution" bekannt ist.

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Aber sind das wirklich nur Spekulationen? Nicht unbedingt - im letzten Jahr stand die weißrussische Schriftstellerin, Swetlana Alexijewitsch, deren Bücher in der Sowjetunion und Russland verboten waren, ganz hoch im Kurs der Wetteifrigen – und ihr wurde dann tatsächlich der Preis verliehen.

 

 

Verlagschef Svante Weyler behauptete allerdings schon vorab: "Wir wissen: Wenn jemand drei Jahre auf der Shortlist der Nobeljury gestanden hat und keine Mehrheit gefunden wurde, ist er oder sie weg vom Fenster." Adonis stand zwar weit oben auf den Wettlisten, aber Stephen Farran-Lee, auch ein Verleger aus Schweden, hat "seinen Namen zum ersten Mal 1987 gehört", dann dürfte es jetzt "vielleicht ein bisschen zu spät sein". Neben der Top Ten in den Wettbüros wurden dieses Jahr von Experten auch der israelische Schriftsteller David Grossmann und der Rumäne Mircea Cartarescu hoch gehandelt. Einem nordischen Kandidaten wurden 2016 ebenfalls Chancen ausgemalt – Jon Fosse, ein Dramatiker, der die Prosavorliebe der Jury hätte brechen können.

 

14 ausgezeichnete Frauen

Der Literaturnobelpreis wurde seit 1901 bis heute insgesamt 109 Mal vergeben. Unter den Preisträgern befinden sich 14 Frauen, darunter auch Doris Lessing, die älteste Trägerin des Literaturnobelpreises, denn sie war 88 Jahre alt, als sie die Auszeichnung erhielt. Bisher ging der Literaturnobelpreis dreizehn mal an einen deutschsprachigen Schriftsteller - zuletzt 2009 an Herta Müller.

 

 

 

Zuletzt geändert am 13. Oktober 2016