Kuba: Sag mir, wo Du stehst!

ARTE Reportage - Samstag, 17. September 2016 - 17:05

Länder: Kuba

Tags: Fortschritt, Zensur, Sozialismus, Politik

Zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung der Reportage war Fidel Castro noch am Leben. Doch schon damals stellte sich die Frage nach dem danach: 57 Jahre Sozialismus à la Castro – und jetzt soll alles ganz anders werden? Eine Insel zwischen Stillstand und ein klein wenig Fortschritt, irgendwie...

Cuba : L'île a deux visages
Kuba: Sag mir, wo Du stehst! Wovon träumen die Kubaner heute, aber noch immer unter der strengen Herrschaft der Castro-Brüder? Kuba: Sag mir, wo Du stehst!

 

Danny, Spitzname "Paquete", ist in Havanna ein berühmter Mann, dank seiner genialen Idee: Er bringt den Kubanern das amerikanische Fernsehen ins Haus. Im Land der Zensur und der endlos langen Diskussionsendungen im Staats-Kanal verkauft er jede Woche Festplatten mit gut 40 Stunden Filmen, Serien und Sport aus dem Land des ehemaligen Klassenfeinds. Mit diesen sogenannten "Paquete" erreicht er 90 Prozent der Kubaner. Das hat ihn mit seinen 26 Jahren schon zu einem wohlhabenden Mann gemacht, obgleich sein Unternehmen illegal ist, doch toleriert von der Regierung, dank einiger Auflagen, über die Danny nicht so gerne spricht.

Bei Vinales, 180 Kilometer von Havanna entfernt, bestellt Yoel Acosta seine Felder, wie alle Bauern hier seit eh und je, mit Hilfe seiner Zugochsen. Reis baut er an, Süßkartoffeln, Maniok und Tabak. Nach der Tabakernte kommen die Staatsbeamten und nehmen sich 90 Prozent der kostbaren von Hand gehegten und gepflückten Blätter. In den Staatsbetrieben rollen sie die zu Zigarren, das bringt Devisen ins Land. Offiziell ist Yoel sehr stolz darauf, mit seinem Tabak die Revolution zu finanzieren – aber wie die Zukunft seiner beiden Töchter wohl einmal aussehen wird, in diesen neuen ungewissen Zeiten, daran mag er nicht so gerne denken.

 

von David Muntaner, Hélène Eckmann und Alex Gohari – ARTE GEIE / Babel Press – Frankreich 2016

Interview

"Castro muss weg", sagen die jungen Leute in seiner Reportage - David Muntaner über die Beharrlichkeit der alten Männer an der Macht und den neuen Wind of Change:

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Zuletzt geändert am 1. Dezember 2016