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Reisetagebuch: Kuba

Länder: Kuba

Tags: Sarah Caron, Fotografie, Fotojournalismus

Am 17. Dezember 2014 kündigte Barack Obama offiziell eine Annäherung zwischen den einstigen Erzfeinden USA und Kuba an. Nur etwas über ein Jahr später, im März 2016 besucht der amerikanische Präsident dann gemeinsam mit seiner Familie Land und Leute. Er bleibt drei Tage und bekommt einen Eindruck vom Leben auf der Insel, die jahrelang nur wenig Beachtung von den Medien bekommen hat. Nun, mit der Annäherung ist sie aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und zieht weltweites Interesse auf sich. Die Fotografin Sarah Caron nutzt die Gelegenheit und kehrt in das Land zurück, in dem sie unzählig viele Monate ihres Lebens verbracht hat. In Havanna fertigt sie ihr ganz persönliches Reisetagebuch an und zeichnet ein eindrucksvolles Bild der kubanischen Gesellschaft. Entstanden sind zehn Fotografien, die vom kubanischen Alltag, von den Sorgen, Wünschen und Hoffnungen der Männer und Frauen Havannas erzählen.

Sarah Caron - Kurzbiografie

Sarah Caron wurde in Aix-en-Provence geboren, studierte spanische Literatur- und Kulturwissenschaft und widmete sich anschließend endgültig der Fotografie. Ihr Weg führte sie häufig nach Kuba, aber auch nach Indien, wo sie sich besonders für die von der Gesellschaft verstoßenen Witwen im Norden des Landes interessierte. Einige ihrer Arbeiten aus dieser Zeit wurden im Jahr 1999 in einem Kloster in Perpignan ausgestellt. Im Auftrag des Ministeriums für Kultur nahm Sarah Caron ein Jahr später an der Ausstellung "Jugend in Frankreich im Jahr 2000" teil – ihre Werke wurden in Paris, Moskau und Rio de Janeiro gezeigt.

 

Besonderes Interesse: Indische Witwen und afrikanische Migranten

Auf ihr Engagement folgten schon bald die ersten Auszeichnungen: Mit einer Arbeit zu illegalen Einwanderern aus Afrika, die als Landarbeiter im Süden Spaniens schufteten, gewann sie einen von der "Masterclass der World Press" ausgeschriebenen Preis zum Thema "Arbeit". Als Preisträgerin der Fondation Lagardère, einer französischen Stiftung, die insbesondere junge Talente fördert, arbeitete sie an ihrem Projekt zu den verstoßenen Witwen weiter, sowohl in Indien, als auch in Bosnien und im Kamerun. Im Jahr 2002 erhielt sie ein Stipendium der "Chronique Nomades", eines in Reims stattfindenden Fotofestivals. Mit dieser Unterstützung konnte sich die Fotografin einem Herzensprojekt widmen: Afrikanische Migranten aus der Subsahara bei ihrer Flucht nach Europa und auf ihrem Weg durch die algerische Wüste und Marokko zu begleiten. Mittlerweile hat sie ein Buch zu diesem Projekt herausgebracht: "Odyssée Moderne", das 2004 auf dem französischen Fotofestival "Visa pour l'Image" in Perpignan präsentiert wurde.

Heute arbeitet und reist sie vor allem in Südamerika, Asien, Afrika und dem Nahen Orient - gerade dorthin kehrt sie immer wieder zurück, um persönliche und in Auftrag gegebene Projekte zu verwirklichen. Allen voran nach Kuba. 

 

Sarah Caron, eine erstklassige Kuba-Kennerin

Sarah Caron kennt Kuba sehr gut. 1994 schoss sie dort zur Zeit der Balsero-Krise (Flößer-Krise) ihre ersten Bilder und stellte sie anschließend auf dem Fotofestival "Primavera fotográfica" in Barcelona sowie auf dem Fotofestival "Arrêt sur l'Image" aus. 30 Jahre sind seit ihrem ersten Aufenthalt auf Kuba vergangen. Damals war Caron noch ein Kind und lernte klassischen Tanz am Nationalballett von Havanna. Die Stadt prägte ihre berufliche Laufbahn. Denn dort fertigte sie, einige Zeit später, ihre erste Reportage während der "Sonderperiode in Friedenszeiten" an. 

"Seitdem bin ich immer wieder nach Kuba zurückgekehrt. Heute zähle ich die Reisen nicht mehr und auch nicht mehr die Anzahl der Monate, die ich dort verbracht habe. Legt man die Zeit, die ich dort verbracht habe, aneinander, dann habe ich mehrere Jahre dort gelebt, aber mit Unterbrechungen. Daher kann ich auch behaupten, den kubanischen Alltag der 80er, 90er und 2000er Jahre sehr gut zu kennen. Und ​ aus der Ferne – kann ich die Veränderungen gut einschätzen."

Von März bis Mai 2016 ist Sarah Caron erneut nach Kuba gereist. Während dieser kurzen Zeit ist in Havanna viel passiert: Der amerikanische Präsident kam zu Besuch, die Rolling Stones gaben ein Konzert, der Film "Fast and Furios" wurde gedreht und eine Modenschau von Chanel fand dort statt. Ihr Reisetagebuch ist eine Art Momentaufnahme des kubanischen Lebens, kurz bevor große Veränderungen anstehen. Denn Sarah Caron findet, dass sich das Leben der Kubaner bislang kaum verändert hat.

Guillaume Herbaut: Ein Fotoreporter unterwegs in der Ukraine

Das Reisetagebuch von Sarah Caron folgt auf das fotografische Reisetagebuch von Guillaume Herbaut, der im März 2016 in die Ukraine gereist war und dort den Alltag in Bildern festgehalten hat.

Zuletzt geändert am 31. Oktober 2018