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Krim – Sanddiebe

Länder: Ukraine

Tags: Krim

Die Strände auf der Krim dienen mehr und mehr als Sandlieferant für Bauunternehmen. Die Behörden spielen mit dem Gedanken, Strafen zu verhängen.

Seit die Krim 2014 von Russland annektiert wurde, sind Touristen an den Stränden rar geworden. Doch andere, wenig skrupellose Menschen, haben ein lukratives Geschäft entdeckt. Wie die russische Tageszeitung Komsomolskaja Prawda schreibt, sind von Touristen verlassene Gebiete zum Ziel von Sandräubern geworden, die glauben, sich in einem riesigen Selbstbedienungslager für Bausand zu befinden. An manchen abgelegenen Stränden würde der illegal abgegrabene Sand sogar in Lastwagen abtransportiert.

Die Angelegenheit hat solche Ausmaße angenommen, dass sich die Behörden auf der Krim gezwungen sehen, zu reagieren, wie BBC und 8ème étage berichten. Sie haben eine Warnung an alle gerichtet, die sich weiter an den Stränden bedienen sollten. In Zukunft drohen Dieben Gefängnisstrafen. Der zum Premierminister der Krim ausgerufene Sergei Aksionow erklärte, dass jede Person, die beim Diebstahl von Sand erwischt werde, mit Strafverfolgung zur rechnen habe. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS soll er sogar den Wunsch geäußert haben, die KGB‑Nachfolgeorganisation FSB möge die Angelegenheit übernehmen.

 

Steigende Nachfrage nach Sand

Der illegale Abbau von Meersand ist nicht auf die Krim beschränkt. Weltweit werden jährlich über sechs Milliarden Kubikmeter Beton verbaut, was besonders in Schwellenländern zu einem starken Anstieg des Bedarfs an Sand geführt hat. In Russland selbst haben die Moskauer Behörden Verfahren gegen Sanddiebe eingeleitet, die unweit der russischen Hauptstadt Vorräte im Wert von einer Milliarde Euro (nach aktuellem Kurs ca. 13.635.000 Euro) gestohlen hatten.

 

Zuletzt geändert am 8. August 2016