Kolumbien: Die FARC verzeiht Dir nie

Länder: Kolumbien

Tags: guerilla, FARC, Mädchen

Tausende Mädchen und Jungen gingen in den Dschungel, um für die FARC-Guerilla zu kämpfen – manche wurden dazu gezwungen, manche gingen aus purer Abenteuerlust. Doch wenn sie aussteigen wollen, dann drohen die Comandante, sie umzubringen und ihre ganze Familie. In Kolumbien hat die Regierung streng beschützte Heime gegründet, um den jungen Ex-Kämpfern eine zweite Chance auf ein ganz normales Leben zu geben.

Unser Reporter Marco Berger traf zwei Mädchen, die mit 14 Jahren in den Dschungel gingen, um zu kämpfen – heute sind sie 17 Jahre alt und lernen in der streng geschützten kirchlichen Einrichtung Don Bosco in Medellín für einen Schulabschluss und einen künftigen Beruf – er musste noch vor den Dreharbeiten eine Vereinbarung unterzeichnen, die Gesichter der jungen Ex-Guerillas nicht zu zeigen, damit ihnen die FARC nicht auf die Spur kommen kann. Die Familie eines der beiden Mädchen floh aus ihrem Heimatdorf, nachdem sie die FARC verlassen hatte – der Comandante erpresste die Mutter, ihre Tochter zurückzuholen und sie ihm zu übergeben.

Tausende junge Leute sind noch immer bei den Guerillas in Kolumbien, als Kämpfer oder Bewacher von Geiseln. Die meisten von ihnen haben sich nicht aus politischen Gründen für den Kampf gegen den Staat entschieden, sagt ein Pater von Don Bosco. Sie könnten überhaupt nicht erklären, wofür sie eigentlich kämpften – und zerstörten doch ihr Leben für eine Sache, die sie gar nicht beurteilen könnten.
 

Von Marco Berger, Oscar Molina und Magnus Schmitz - ARTE GEIE -  Deutschland 2014 

 

Mädchen Der Farc - Kolumbien

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016