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Klimakonferenz: Daran scheiden sich die Geister

Länder: Monde

Tags: UN-Klimakonferenz, Klimawandel

Trotz viel Aufwand konnten sich die 195 Teilnehmerstaaten in den Verhandlungen noch nicht auf einen Vertragsentwurf einigen. Um den Verhandlungen etwas Luft zu verschaffen, hat Konferenzleiter Laurent Fabius die UN-Klimakonferenz um einen Tag verlängert.

 

Der Präsident der Konferenz, Frankreichs Außenminister Laurent Fabius, wollte nun doch nicht wie geplant noch am Freitagabend, sondern erst am Samstagmorgen eine endgültige Version des neuen Klimavertrages vorlegen. Dieser könnte gegen Mittag verabschiedet werden. Fabius sagte gegenüber der Nachrichtenagentur DPA: "Das ist wie ein Marathon. Es sind die letzten Meter, die am schwierigsten sind." Der Franzose bleibt aber zuversichtlich und geht weiterhin davon aus, dass am Samstag eine endgültige Version des Klimavertrags vorliegen wird. 

 

Die wichtigsten Streitpunkte bei den Verhandlungen:

- Provisorische Lösung: Festlegung der konkreten Klimaziele

Für das langfristige Klimaschutzziel konnte in der Nacht auf Freitag eine provisorische, wenn auch vage Lösung erzielt werden. Dort soll festgehalten worden sein, die Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Versucht werden soll sogar, unter 1,5 Grad zu bleiben. Dies fordert einer Koaliton aus besonders ehrgeizigen Staaten und einigen Ländern, die am direktesten vom Klimawandel betroffen sind, in den Vordergrund gedrängt.

Ein weiterer, offener Verhandlungspunkt bleibt hingegen, wie dieses provisorische Ziel erreicht werden soll.

 

- Offen: Festlegung der Pflichten der einzelnen Länder

Der Klimavertrag soll im Detail das Engagement der einzelnen Länder in Bezug auf die Senkung der Produktion von Treibhausgasen definieren. Letztere sind es, die die Erderwärmung verursachen. Über die Pflichten streiten sich vor allem Industrie- und Entwicklungsländern. Entwicklungsländer argumentieren, die Armutsbekämpfung stehe im Vordergrund und sei wichtiger als Maßnahmen zum Klimaschutz. Unter diesem Vorwand möchte etwa auch Saudi-Arabien einige Klauseln aus dem Textentwurf bearbeiten. Ebenso machten Malaysia und Venezuela ihren Widerstand gegen zu hohe Klimaziele deutlich.

 

- Offen: Höhe der Finanzhilfen für Entwicklungsländer

Welche Staaten sollen sich mit wie viel Geld am Klimaschutz beteiligen? Sollen auch Entwicklungsländern Gelder bereitstellen? Wer kommt für die Verluste und Schäden auf, die durch Naturkatastrophen verursacht werden? Auch in diese Fragen werden zum Balanceakt zwischen den reichen Industrieländern des Nordens und den Entwicklungsländern der südlichen Hemisphäre. Jedoch fordern nicht nur arme Entwicklungsländer, sondern auch Riesen wie China und Brasilien deutlich mehr Geld für die Umsetzung der Klimaziele.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016