Kenia: Mobilfunk made in Africa

Länder: Kenia

Tags: Savannah Valley, Mobil-Telefon

Vor 15 Jahren hatten nur vier Millionen Menschen in Afrika ein Mobil-Telefon – heute sind es über 900 Millionen auf dem ganzen Kontinent.

 

Kenya: La Savannah Valley

 

In den ersten vier Monaten 2016 zahlten die 36,6 Millionen Besitzer eines Mobil-Telefons in Kenia 343,9 Millionen mal per Handy – die Summe aller Telefon-Überweisungen beträgt laut Auskunft der kenianischen Zentralbank 6,9 Milliarden Euro.

 

Das Mobil-Telefon und das Internet haben das Leben der Menschen in Afrika fundamental verändert. Die vielen großen und kleinen Unternehmen, die diesen Boom mit technischen Lösungen und Software initiiert haben, sie gehören heute mit zu den bedeutenden Motoren der Wirtschaft auf dem Afrikanischen Kontinent: Denn Banken, Gesundheitswesen und Energieversorger kommunizieren dort jetzt mit ihren Kunden über SMS und Internet – bis in die entlegensten Dörfer auf dem Land. In Kenia etwa haben 80 Prozent der Menschen inzwischen ein Mobiltelefon – per SMS zahlen sie Rechnungen, informieren sich über Viehhaltung oder holen sich Nachhilfekurse für ihre Kinder. Kenia steht seit einigen Jahren in Sachen Innovation durch Mobil-Telefone ganz vorne auf dem Kontinent – „Made in Africa“ hat dadurch einen ganz neuen Klang. Unsere Reporter fuhren nach Savannah Valley in Kenia und entdeckten in diesem afrikanischen Tal der Innovationen manche Parallelen zum Silicone Valley in den USA.

 

Von Gwenlouen Le Gouil und Brice Lambert - Cargo Culte – Frankreich 2016

Interview

 

Paiement mobile dans les pays en développement

Dieser neue Zahlungsverkehr hat sich in zwei Drittel der Entwicklungsländer in den letzten Jahren rasant entwickelt: 270 Unternehmen bieten diesen Service in 93 Ländern an, 134 Millionen Kunden nutzen ihn täglich.

 

Frankreich und Deutschland zögern noch

Orange, der größte Telekommunikationsanbieter in Frankreich, kündigte gerade an, bald könnten französische Privatkunden auch per Telefon bezahlen  - ein neuer Service, den Orange bislang nur in einem Dutzend Ländern Afrikas angeboten hat.   Allerdings wird er sich zunächst nur an Immigranten aus Afrika in Frankreich richten, die Geld an die Elfenbeinküste, den Senegal oder nach Mali überweisen müssen. Bereits im Oktober 2015 startete Orange eine  APP, mit deren Hilfe Kunden ihre Waren mit dem Mobil-Telefon bezahlen können. Viele nutzen diese APP bereits, aber noch sind nur 28 Prozent der Geschäfte mit Kassen ausgerüstet, die das Zahlen per APP ermöglichen.

In Deutschland zahlen inzwischen knapp 200 000 Mobil-Telefon Besitzer mit ihrem Handy. Laut Umfragen trauen viele Konsumenten dem Ganzen noch nicht, sie sehen nicht ein, warum sie nicht weiter mit Karte oder bar bezahlen sollen. Trotzdem schaffen jedes Jahr 20.000 Geschäftsleute neue Kassen an, die ihren Kunden das Zahlen per Mobiltelefon erlauben. Das alles scheint sich gut weiter zu entwickeln, allerdings wird es aufgrund der lange eingeschworenen Gewohnheiten der Konsumenten in Europa sicher viel länger dauern als in Afrika, bis das Zahlen per Mobil-Telefon hierzulande hoffähig wird.

In unserem Archiv
Zuletzt geändert am 1. Juli 2016