Kenia: Feind im Land

Länder: Kenia

Tags: Shabab-Miliz, Terroristen, Spannungen, Radikalisierung

Kaltblütig erschossen die Terroristen von der islamistischen Shabab-Miliz Anfang April innerhalb weniger Stunden 142 Studenten – es war das schlimmste Attentat in Kenias jüngerer Geschichte, zwei Jahre nach dem ersten Überfall der radikalen Islamisten aus dem Nachbarland Somalia auf das Einkaufszentrum in Nairobi. 

Beides waren Racheakte der Shabab für die 2011 gestartete Militäraktion in Somalia, bei der die Soldaten der kenianischen Armee die islamistischen Terroristen im Nachbarland bekämpften. Seitdem schlagen die Shabab-Milizen in Kenia zurück, mit Anschlägen auf Restaurants, Fahrzeuge und Polizeistationen, bei denen inzwischen mehr als 500 Menschen starben. Die kenianische Regierung bemüht sich mit harter Hand zurückzuschlagen: mit Massenverhaftungen und Erschießungskommandos, in der Regel abseits jeglicher juristischer Kontrolle. Sie stigmatisieren offen die Angehörigen der somalischen Minderheit in Kenia, indem sie ihnen pauschal vorwerfen, auf der Seite der Terroristen zu stehen. Damit riskieren sie es, selbst die friedlichen somalischen Muslime im mehrheitlich christlichen Kenia zu Feinden in ihrer neuen Heimat zu erklären. Das schürt natürlich neue Spannungen zwischen den Religionen und provoziert vor allem junge Leute, sich zu radikalisieren...
 

Von  Gwenlouen Le Gouil, Brice Lambert und Gaël Mocaer – ARTE GEIE / Cargo Culte – Frankreich 2015

 

Kenya : l’ennemi intérieur

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016