Kenia: Eine Versicherung gegen Dürre

Länder: Kenia

Tags: Trockenheit

Der Norden von Kenia ist ein seit langen Jahren immer wieder von verheerender Dürre heimgesuchter Landstrich – im vergangenen Jahr war es so schlimm wie seit 50 Jahren nicht mehr. Zuerst starb das Vieh – und dann die Menschen, denn die Tiere sind die einzige Einkommensquelle der Nomaden. 

Ein kenianischer Wirtschaftexperte kam auf die gute Idee, eine Versicherung gegen die Dürre zu gründen. Mit Hilfe von Satellitenaufnahmen analysiert er die Vegetation im Land und bestimmt anhand von Vergleichen über die letzten Jahre hinweg die Wahrscheinlichkeit von Dürrezeiten. Damit gelingt es ihm, eine Basis für eine Versicherung der Nomaden gegen Schäden durch die Trockenheit zu kalkulieren. Diese Spielart des Kapitalismus ist natürlich völlig neu für die Menschen in Kenia. 

Laurent Cibien und Pascal Carcanade durften den Versicherungs-Erfinder und seine Partner, Banker und Versicherungsleute, begleiten : Sie reisten zum ersten Mal in die Dörfer, um die «Versicherungsnehmer» auszuzahlen. Und dabei stießen sie auf viel Skepsis, Hoffnung und auch Enttäuschung. Manche hofften auf viel mehr Schadenserstattung, viele verstanden das Prinzip der Versicherung noch nicht und nur einige gaben sich zufrieden mit dem Schadensersatz von der neuen Versicherung.

Auf jeden Fall ist die «Versicherung gegen Dürre» ein neuer interessanter Versuch, der Not in Kenia Herr zu werden - anders als gewöhnlich mit der Lebensmittelhilfe der Hilfsorganisationen….

Eine reportage von Laurent Cibien und Pascal Carcanade – ARTE GEIE / Vol de nuit – Frankreich 2012

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016