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Katalonien – Speisekarten müssen auf Katalanisch verfügbar sein

Länder: Spanien

Tags: Katalanien, Sprache

Die autonome Gemeinschaft verhängt empfindliche Geldstrafen für Kneipen und Restaurants, die ihre Karten nicht in der Regionalsprache anbieten.

Im Anschluss an eine auf Anregung der spanischen Volkspartei (Partido Popular, PP)  vom Parlament durchgeführte Umfrage hat die Regierung von Katalonien die Höhe der Geldstrafen für Händler bekanntgeben, die kein Katalanisch verwenden. Diese haben sich laut der spanischen Tageszeitung El Mundo innerhalb eines Jahres um beinahe 173 % verteuert. Diese kräftige Erhöhung schlägt sich auch in den öffentlichen Einnahmen aus solchen „Verstößen“ nieder: während 2014 insgesamt 51.350 € gezahlt worden waren, strichen die Behörden im Jahr darauf beinahe 140.000 € ein.

 

2015 mussten 68 lokale Unternehmen Strafe bezahlen, im Vorjahr waren es nur 57. Dabei handelte es sich mehrheitlich um Kneipen und Restaurants in Barcelona. Bei El Mundo ist weiter zu lesen, dass sich der Trend 2016 bestätigt, denn dieses Jahr wurden bereits gegen 89 Unternehmen Disziplinarverfahren eingeleitet.

 

Rigorose Sprachpolitik

 

Obwohl in der Region neben Katalanisch auch Kastilisch und Okzitanisch Amtssprachen sind, unterstützt die Regierung die historische Sprache der Gegend mit besonderem Nachdruck, da sie deren Überleben bedroht sieht. Deswegen sollen im Rahmen der Sprachpolitik Unternehmen aus der Region gezwungen werden, ihre Dienste in katalanischer Sprache anzubieten. Dazu gehört auch die Verpflichtung zu Schildern, Speise- und Weinkarten sowie Preisetiketten auf Katalanisch.

Die PP hatte zuvor angekündigt, bei einer etwaigen Regierungsübernahme die Sprachpolitik zu ändern und die betroffenen Unternehmer zu entschädigen.