Kambodscha: Aufstand der Textilarbeiter

Länder: Kambodscha

Tags: contestation sociale, Femmes, textile

Mindestens fünf Demonstranten erschoss die Polizei Anfang des Jahres bei den Protesten der Textilarbeiter in Phnom Penh. Es war ein friedlicher Protest für mehr Lohn – 120 statt 60 Euro im Monat verlangten sie, doch die Regierung lehnte ab. Seitdem haben sich die Spannungen im Land noch weiter verschärft.

Samstag, 22. Februar

17:05

ARTE Reportage

Kambodscha: Aufstand der TextilarbeiterJapan: Die Schande von KamaEuroportraits

600 000 arbeiten in den Textilfabriken Kambodschas, die meisten unter ihnen sind Frauen – die Textilindustrie ist der größte Exporteur des Landes mit Einkünften von wohl mehr als 5 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr. Die Löhne aber und die Arbeitsbedingungen in den Fabriken sind auf allerunterstem Niveau, vergleichbar mit denen in Bangladesch. Niedrigste Löhne und geringste Investitionen in Gebäude und Arbeitssicherheit sind, zynisch gesagt, das Erfolgsgeheimnis der Textilindustrie in den armen Ländern. 

Damit wollten sich die Textilarbeiterinnen in Kambodscha nicht mehr abfinden. 120 statt nur 60 Euro Mindestlohn im Monat forderten sie, die Regierung wollte ihnen aber nur 25 Prozent mehr Lohn zugestehen – und befahl 200 Militärpolizisten mit Sturmgewehren das Feuer auf die Menge zu eröffnen. Für den Premierminister Hun Sen, seit 28 Jahren an der Macht, hat die Opposition die Arbeiterinnen und Arbeiter angestachelt – und das alles zeigt, wie sehr er sich gefährdet fühlen muss in seinem Amt. Unser Reporter stellt uns die Frauen vor, die ihr Leben riskieren für mehr Lohn und Brot.

 

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Von Gwenlaouen Le Gouil, Sany Sinary und Gaël Mocaer – ARTE GEIE / Cargo Culte – Frankreich 201