Jemen: Mit 14 in die Todeszelle

Länder: Jemen

Tags: Jemen, Gefängnis

Dutzende Jugendliche warten im Jemen auf die Vollstreckung ihrer Todesstrafe – Jemen zählt mit Saudi-Arabien, dem Sudan und dem Iran zu den vier Ländern, die jugendliche Straftäter zwischen 14 und 18 zum Tode verurteilen. Ein wenig Hoffnung besteht immerhin im Jemen: Die neue Regierung, an die Macht gekommen durch die Demokratiebewegung des arabischen Frühlings, prüft derzeit das ganze Justizsystem.

Yémen : les enfants dans le couloir de la mort (extrait)

Samstag, 15. März

17:10

ARTE Reportage

Jemen: Mit 14 in die Todeszelle
In den letzten fünf Jahren wurden 15 Jugendliche hingerichtet - die neue Regierung überprüft jetzt immerhin ihr Justizsystem...

 

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Dieser neuen Regierung verdankt unser Reporter wohl auch die nur sehr selten erteilte Genehmigung, die Hochsicherheitsgefängnisse von Sanaa und Taiz mit der Kamera besuchen zu dürfen. Noch kennt die Justiz im Jemen keine Gnade mit jugendlichen Straftätern: Nach den Informationen von Human Rights Watch wurden in den letzten fünf Jahren 15 Jugendliche im Jemen hingerichtet, im November 2012 etwa starb ein Mädchen namens Hind unter den Schüssen des Exekutionskommandos, sie war noch nicht einmal 17 Jahre alt. Wie in allen Ländern des Arabischen Frühlings im Übergang von Jahrzehnten der Diktatur hin zu einer Regierung durch das Volk, sind Reformen von allen Seiten zwar heiß erwünscht, aber in der Praxis nicht so rasch umzusetzen: Im Jemen haben nach wie vor die Oberhäupter dutzender Stämme das Sagen; der Schatten der al-Qaida liegt noch immer schwer auf Dörfern und Städten; Attentate und Entführungen sind an der Tagesordnung. Der Jemen ist ein Land, das vielen Menschen Angst einflößt.  

Von Thomas Dandois, François-Xavier Tregan und Alexandra Kogan – ARTE GEIE / Camicas Productions - Frankreich 2014

Thomas Dandois konzentriert sich in seiner Arbeit als Reporter vor allem auf die Konfliktzonen in dieser Welt. 2012 wurde er beim „Festival du Grand Reportage d’Actualité (FIGRA)“ mit dem Ersten Preis für seine Reportage „Tunesien: Die Qual der ersten Wahl“ ausgezeichnet, ausgestrahlt bei ARTE Reportage.

Zuletzt geändert am 15. März 2017