Jemen: Bürgerkrieg und humanitäre Krise

4. Dezember 2017

Jemens Ex-Präsident Ali Abdullah Saleh ist tot. Seine früheren Verbündeten, die schiitischen Huthi-Rebellen, sollen ihn durch einen Kopfschuss getötet haben. Kurz vorher war es zu einem Bruch zwischen den Huthi-Rebellen und Saleh gekommen, weil dieser sich gesprächsbereit mit der von Saudi-Arabien angeführten militärischen Allianz zeigte, welche wiederum die Huthi-Rebellen bekämpft.

 

Seit 2015 bombardiert das arabische Bündnis Stellungen der Huthi-Rebellen. Diese beherrschen große Teile des Landes, darunter die Hauptstadt Sanaa. Seither ist die humanitäre Lage im Jemen katastrophal: Die Hälfte der einst vorhandenen Gesundheitseinrichtungen funktionieren nicht mehr. Weitere Krankenhäuser und Gesundheitszentren werden schließen, sollte die Zulieferung von Trinkwasser und Treibstoff nicht verbessert werden.

 

Im Sommer 2017 ist eine Cholera Epidemie ausgebrochen. Sie hat 2.200 Menschenleben gefordert. Die WHO geht zurzeit von fast einer Million Verdachtsfällen aus. Vier von fünf Menschen sind auf Nothilfe angewiesen. Lebensmittelknappheit und Mangelernährung haben im Frühjahr 2017 einen dramatischen Punkt erreicht. Acht Millionen Menschen sind akut vom Hungertod bedroht. Drei Million Menschen sind auf der Flucht. 

 

In unserem Dossier finden sie Interviews, eine Grafik, Reportagen sowie ein Interview zum "vergessenen Krieg" im Jemen.

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Auf den Spuren des Krieges

Der Krieg im Jemen spielt sich fast unbemerkt von der internationalen Gemeinschaft ab.

Internationales

Video
Cholera-Epidemie erschüttert den Jemen

Seit Ausbruch der Cholera-Epidemie im Jemen sind bereits 18 der 22 Bezirke betroffen. Mehr als 1.500 Menschen sind der Epidemie zum Opfer gefallen.

Interaktive Animation
Spendengelder statt Waffenembargo

Die Weltgemeinschaft sammelt über 1 Milliarde US-Dollar für die notleidende Bevölkerung im Jemen. Doch Spendengelder alleine reichen nicht.

Jemen Reportage

"Die Bevölkerung trägt die Konsequenzen"

Im Jemen soll eine Waffenruhe in Kraft treten. Doch wie ist die Lage im Land? Ein Gespräch mit dem Vorsitzende der Organisation "Ärzte ohne Grenzen".

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Yémen

Menschenraub, Staatsstreich und Dschihadismus

Frankreich wird von einem neuen Entführungsfall erschüttert. Diesmal handelt es sich um Isabelle Prime, Beraterin einer amerikanischen Firma in der Hauptstadt Sanaa. 

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Ins Elend gebombt

Wer kämpft an welchen Fronten? Und wie sieht die humanitäre Lage vor Ort aus? Und wer trägt zum Krieg gegen die Zivilbevölkerung bei? Unsere interaktive Animation verschafft ein Überblick in vier Kapiteln.

Expired Rights

"Der Jemen ist ein 'failed state'"

Die Islamwissenschaftlerin und Politologin Mareike Transfeld ist Spezialistin für den Jemen auch bei der Stiftung Politik und Wissenschaft in Berlin. Wir haben sie zum Bürgerkrieg und der Intervention der internationalen Koalition im Jemen befragt.

Internationales

Expired Rights

Neue Gewaltstufe im Jemen

Die Gewalt im Jemen eskaliert: Al-Kaida-Kämpfer befreien beim Sturm auf ein Gefängnis im Jemen mehr als 300 Häftlinge. Gleichzeitig bombardiert die internationale Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens die Stellungen der Huthi-Milizen.

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Mit 14 in die Todeszelle

In den letzten fünf Jahren wurden 15 Jugendliche hingerichtet – die neue Regierung überprüft jetzt immerhin ihr Justizsystem.

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