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Jemen: Ins Elend gebombt

Länder: Jemen

Tags: Krieg, Kriegsverbrechen, Humanitäre Hilfe

Am 10. April soll im Jemen eine neue Feuerpause in Kraft treten. Ab dem 18. April sollen dann in Kuwait abermalig Friedensverhandlungen zwischen der jemenitischen Regierung und den Huthi-Rebellen starten. Seit dem Eintritt der saudisch geführten Militärkoalition im Jemen-Krieg vor einem Jahr sind dem Konflikt rund 6.300 Menschen zum Opfer gefallen. Menschenrechts- und Hilfsorganisationen berichten von Kriegsverbrechen und einer humanitären Katastrophe. Sie fordern ein umgehendes Waffenembargo gegenüber Saudi-Arabien. 

 

Nach fünf Monaten Krieg sieht der Jemen bereits aus wie Syrien nach fünf Jahren Krieg."

Peter Maurer, Chef des Internationalen Roten Kreuzes, im September 2015 nach einem Besuch vor Ort.

Der UN-Sondergesandte Ismail Ould Cheikh Ahmed verkündete Ende März 2016, dass sich die Konflitkparteien auf eine landesweite Einstellung der Kampfhandlungen ab dem 10. April geeinigt haben. Ab dem 18. April sollen in Kuwait Friedensgespräche zwischen der jemenitischen Regierung und den Huthi-Rebellen aufgenommen werden. Bisherige Friedensverhandlungen verliefen erfolglos. Eine Mitte Dezember in Kraft getretene Feuerpause scheiterte.

 

Der Jemen ist ein "failed state".

Mareike Transfeld, Politologin, in einem Interview mit ARTE Info im März 2015

Menschenrechtsorganisationen berichten von unrechtmäßigen kriegerischen Eingriffen seitens aller Konfliktparteien. Trotz Angriffen auf Krankenhäusern, Märkten und Schulen sowie dem Einsatz unerlaubter Waffen verkaufen die USA, Großbritannien und Frankreich auch weiterhin ungeniert Kriegsmaterial und Munition an Saudi-Arabien.

Menschenrechtsorganisationen schlagen Alarm und fordern ein umgehendes Waffenembargo gegenüber Saudi-Arabien. Denn nur ein Waffenstillstand könne helfen, die humanitäre Krise im Land zu beenden.

 

Wer kämpft im Jemen an welchen Fronten? Wer besetzt welche Gebiete? Welche Kriegsverbrechen finden statt? Und wie sieht die humanitäre Lage vor Ort aus? Unsere interaktive Animation bietet einen Überblick.

 

Quellen: Human Rights Watch, Amnesty International, International Crisis Group, Ärzte ohne Grenzen, Unicef

 

Zuletzt geändert am 25. April 2017