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Jean Ziegler: "Die UNO hat in Syrien versagt"

Länder: Syrien

Tags: Bürgerkrieg, UNO

Der UN-Sicherheitsrat will Beobachter in die lange umkämpfte Stadt Aleppo schicken, die die Evakuierung der Bewohner überwachen sollen. Alle 15 Mitgliedsstaaten stimmten einer entsprechenden Resolution am Montag zu. Dem Internationalen Komitee des Roten Kreuzes zufolge konnten 15.000 Menschen den Osten der Stadt seit Beginn der Evakuierung am Donnerstag verlassen. Den dafür nötigen Waffenstillstand hatten die Türkei und Russland zwischen dem syrischen Regime und den Aufständischen verhandelt. Doch wäre das nicht eigentlich die Aufgabe der Vereinten Nationen gewesen?

Jean Ziegler, Vizepräsident des UN-Menschenrechtsrats, kritisiert in seinem neuen Buch "Chemins d'espérence", zu deutsch "Wege der Hoffnung", die Handlungsunfähigkeit der UNO und erklärt, woran diese in den letzten Jahren gescheitert ist. Gleichzeitig will er aufzeigen, wie sich die Organisation selbst reformieren könnte. Der Syrien-Krieg ist für ihn ein prägnantes Beispiel.

Jean Ziegler : la Syrie - un triste bilan pour l'ONU ?
Jean Ziegler: Syrien - ein Armutszeugnis für die UNO? Jean Ziegler: Syrien - ein Armutszeugnis für die UNO? Jean Ziegler: Syrien - ein Armutszeugnis für die UNO?

Schnitt: Julien Siehr

 

Jean Ziegler, am 19. April 1934 als Hans Ziegler in Thun geboren, ist ein Schweizer Soziologe und Autor. Seit 2008 ist er Berater des UN-Menschenrechtsrats, nachdem er acht Jahre Sonderberichterstatter für die Menschenrechtskommission und den Menschenrechtsrat war. Ziegler zählt zu den bekanntesten Globalisierungskritikern und unterrichtete unter anderem als Professor an der Genfer Universität. Er bezeichnet sich selbst als marxistischen Kommunist. Sein neues Buch "Chemins d’espérance" ist kürzlich im Seuil Verlag erschienen.

Zuletzt geändert am 22. Februar 2017