Japan: Auf ewig verstrahlt…

Länder: Japan

Tags: bio, Landwirtschaftssachen

Wie stark verstrahlt sind ihre Ackerböden und Wiesen? Gibt es irgendeine Möglichkeit, die radioaktiven Elemente in den Böden zu neutralisieren? Auf dem Spiel steht das Schicksal von Bauernfamilien, die ihre Höfe schon seit Generationen bewirtschaften. 

Die ARTE-Reporter besuchten drei Bauern-Familien in der Stadt Nihonmatsu: 60 000 Menschen leben hier in 30 Kilometer Entfernung von der verbotenen Zone rund um die Ruine von Fukushima. Auf allen drei Höfen betreiben sie seit mehr als 30 Jahren Biologische Landwirtschaft. 

Seiju Sugeno und seine Tochter Mizuho wollen auf ihrem Hof bleiben. Sie arbeiten zusammen mit Professor Masanori Nonaka von der Universität Nigata, um mit ihm die Möglichkeiten zu erforschen, wie sie ihre Böden dekontaminieren könnten. Eines haben sie bereits festgestellt: Biologisch bewirtschaftete Äcker, reich an Kalium und einer intakten Humusschicht, binden zweimal mehr radioaktives Cäsium als konventionell bearbeitete Böden – und verhindern so das Eindringen der radioaktiven Stoffe in die Pflanzen. 

Mit ihren 70 Jahren haben Kisaburo Tanno und seine Frau Midori entschieden, noch einmal ganz von vorne anzufangen, weit weg von Fukushima, in der Region Nagano. Eine schwere Entscheidung, denn ihr alter Hof war seit 13 Generationen in Familienbesitz. 

Der Bauer Shisasei Tarukawa aber hat in seiner tiefen Verzweiflung keinen anderen Ausweg mehr gefunden, als sich das Leben zu nehmen: Zwei Wochen nach dem GAU hatten die Behörden ihn angewiesen, seine ganze Ernte zu vernichten. Seit seinem Selbstmord versuchen seine Witwe und sein Sohn, den Hof weiter zu bewirtschaften. Sie haben keine andere Wahl.

Eine reportage von Marie Monique Robin, Roland Théron und Françoise Boulègue – ARTE GEIE / M2R Films – Frankreich 2012

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016