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Italien: Im Namen der Toten

Länder: Italien

Tags: Cristina Cattaneo, LABANOF, Vittorio Piscitelli

Allein dieses Jahr 2015 sind Schätzungen nach über 2.900 Menschen während ihrer Flucht im Mittelmeer ertrunken. Tote, die namenlos in der Tiefe des Meeres enden und die Hinterbliebenen in der Unwissenheit zurücklassen. Italien ist das einzige Land, das nach der Katastrophe von Lampedusa vom Oktober 2013 und jener des 18. April 2015 beschlossen hat, den geborgenen Toten ihre Identität wieder zu geben.

Gustav Hofer hat die Leiterin des Projekts und Direktorin des gerichtsmedizinischen Instituts LABANOF, Cristina Cattaneo bei ihrer fast unmöglichen Mission, den Toten ihre Namen wiederzugeben, begleitet.

Au nom des morts

 

MATCHING - so werden die Toten identifiziert

 

Der Kommissar für vermisste Personen, Vittorio Piscitelli, hat zusammen mit anderen Institutionen aber vor allem in Zusammenarbeit mit dem gerichtsmedizinischen Institut LABANOF der Universität von Mailand damit begonnen, Daten und Informationen der geborgenen Leichen zu sammeln. Dabei werden die erarbeiteten postmortem Daten, die nach einer gründlichen Untersuchung der Toten gesammelt werden, mit Fotografien, Videos und anderen Informationen, welche die Hinterbliebenen bereit gestellt haben, verglichen. So ist es bisher gelungen, 30 ertrunkenen Menschen ihren Namen zurück zu geben.

 

Vittorio Piscitelli über die Schwierigkeiten, Ante-Mortem-Informationen zu sammeln:

Vittorio Piscitelli 1/2

 

Nicht nur aus ethisch moralischen Gründen ist es für Vittorio Piscitelli die Pflicht jedes Landes, auch diesen Toten ihre Namen zurück zu geben. Nur so könne den Angehörigen die Möglichkeit gegeben werden, auch in Zukunft rechtliche Schritte zu unternehmen:

 

Vittorio Piscitelli 2/2
 
 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016