|

Italien – Die Mafia und der Krebs

Länder: Italien

Tags: Mafia, Abfälle, Krebs

Eine vom italienischen Parlament in Auftrag gegebene Studie deckt Zusammenhänge zwischen illegalen Müllabladungen durch die Mafia und einem Anstieg der Krebserkrankungen in der Umgebung von Neapel auf.

Am 30. Dezember 2013 veröffentlichte die staatliche Gesundheitsbehörde ihren Bericht zur einer im Auftrag des italienischen Parlaments durchgeführten Studie, der die Befürchtungen vieler Italiener bestätigte. In den Provinzen Neapel und Caserta könnten die häufigen Krankenhausaufenthalte von Säuglingen in den ersten Lebensjahren sowie die gestiegene Zahl der Krebstoten, insbesondere in Folge von Gehirntumoren, auf die illegalen Aktivitäten der einheimischen Mafiaorganisation Camorra zurückzuführen sein, die giftige Abfälle „entsorgt“.

 

Laut der Studie sind diese ungewöhnlich hohen Zahlen darauf zurückzuführen, dass die Personen „in vermuteter oder bestätigter Form einer Kombination von Schadstoffen in der Umwelt ausgesetzt waren, die an illegalen Deponien von Gefahrgutabfällen und/oder bei der unkontrollierten Verbrennung von Haus- und Giftabfällen ausgestoßen oder abgesondert werden“.


Verseuchung unterirdischer Brunnen

 

Auf der Website der Tageszeitung Metro ist zu lesen, dass die Anwohner seit langem über die gesundheitsschädlichen Auswirkungen dieser Abfälle klagen. Sie verseuchen unterirdische Brunnen, die der Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen dienen, auf denen ein Großteil des Gemüses für Mittel- und Süditalien angebaut wird. Im Lauf der Jahre hat die Polizei dutzende Felder stilllegen lassen, da in den Bewässerungssytemen zu hohe Konzentrationen an Arsen, Blei und Tetrachlorid nachgewiesen wurden.

 

Die Mafia unterstützt zahlreiche Industrieunternehmen aus dem Norden des Landes bei der Entsorgung ihrer Abfälle zu konkurrenzlos niedrigen Preisen – ohne Rücksicht auf die Umwelt und mit durchgängig illegalen Methoden. Anschließend werden die Abfälle in der Umgebung von Neapel vergraben, oder manchmal sogar in riesigen Steinbrüchen unter freiem Himmel aufgehäuft.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016