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Israels Truppen rücken in Gaza ein

Länder: Israel

Tags: Gaza, Gaza-Streifen, Nahostkonflikt

Zehn Tag nach Ausbruch der Angriffe schickt Israel nun Panzer und Bodentruppen in das Palästinensergebiet. Augenzeugen berichten von heftigen Auseinandersetzungen, die bereits über 20 Menschen das Leben kosteten.

In Gaza ist kein Ende der Kämpfe in Sicht. Donnerstag, zehn Tage nach Beginn der Luftangriffe, sind gegen Abend israelische Bodentruppen in den Gazastreifen eingerückt. Von Panzern, Flugzeugen und Kriegschiffen aus hat die israelische Armee Geschosse auf das Palästinensergebiet gefeuert. Die Beschüsse gingen auch Freitagmorgen weiter.

 

Anwohner sprachen von heftigen Auseinandersetzungen. Über zwanizig Palästinenser seien bei dem Angriff ums Leben gekommen, darunter ein Baby. Auch ein israelischer Soldat sei getötet worden, teilte das israelische Militär mit. Es handelt sich um das zweite Opfer auf Seiten Israels.

 

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Der israelische Premier, Benjamin Nethanyahu hatte die Bodenoffensive Donnerstagabend, wenige Stunden nach der vorübergehenden Waffenruhe angeordnet.  Für den Einsatz hat die Armee zusätzliche 18.000 Reservisten mobilisert. Insgesamt stehen Israel damit knapp 70.000 Soldaten für den Einsatz zur Verfügung.

 

Zerstörung der Infrakstruktur

Als Auslöser für die Offensive nannte das israelische Militär eine vereitelte Operation der Hamas. Diese hätten am Donnerstag versucht, durch einen Tunnel nach Israel zu gelangen. Das Ziel des Einsatzes sei es, solche Tunnel und die infrastruktur der Hamas zu zerstören. Netanjahu hat am Freitagmorgen angekündigt, er sei bereit, die Bodenoffensive erheblich auszuweiten. Noch am Vortag hatte die israelische Regierung für Freitag eine Waffenruhe erwogen.

 

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas forderte Israel angeischts der Angriffe auf, die Truppen umgehend zurückzuziehen. Die Hamas bezeichneten die Offensive als einen "gefährlichen Schritt", für den Israel bezahlen werde.

 

Internationale Kritik

Auch von internationaler Seite kam Kritik. Noch mehr ziviele Opfer müssen vermieden werden, forderte UN-Gerneralsekretär Ban Ki-Moon. Bereits 250 Palästinenser kamen nach palästinensischen Angaben seit Beginn der Angriffe um Lebens. Bei drei Viertel der Opfer handelt es sich laut UNO um Zivilisten. US-Außenminister John Kerry forderte in einem Telefonat mit Benjamin Netanjahu, dass es sich bei der Offensive um eine gezielte Aktion gegen die Tunnel handeln müsse.

 

Unterdessen gehen die Verhandungen über einen Waffenstillstand in Kairo weiter. Eine Einigung ist noch nicht in Sicht. Die Hamas verlangen weiter die Freilassung ihrer Gefangenen und die Öffnung der Grenzen nach Israel und Ägypten. Eine Forderung, die Israel nicht akzeptieren will.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016