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Tödlicher Terroranschlag in Tel Aviv

Länder: Israel

Tags: Palästinenser, Attentate, Israel

Tödlicher Anschlag im Stadtzentrum von Tel Aviv. Zwei junge Palästinenser schossen gestern Abend wahllos auf Restaurantgäste. Mindestens vier Menschen wurden getötet. Der Anschlag zerstörte nach Wochen relativer Ruhe das Gefühl vermeintlicher Sicherheit. Geht Israels rechts-religiöse Regierung jetzt härter vor?
 

Israël : attentat sanglant
Israel: Blutiges Attentat Zwei junge Palästinenser schossen gestern Abend wahllos auf Restaurantgäste. Mindestens vier Menschen wurden getötet.   Israel: Blutiges Attentat

Am Mittwochabend hatten in einem Café zwei palästinensische Attentäter vier Israelis erschossen - zwei Frauen und zwei Männer im Alter von 32 bis 58 Jahren. Sechs weitere Besucher des ehemaligen deutschen Templerdorfs Sarona wurden bei dem Anschlag verletzt. Sicherheitskräfte fassten die Attentäter, einer davon wurde dabei verletzt. Die Armee legte am Donnerstag einen Blockadering um das Dorf Jata im südlichen Westjordanland, aus dem die Angreifer stammen. 

 

Liebermann fordert härteres Vorgehen gegen Palästinenser

"Ich werde die genauen Schritte, die wir planen, nicht weiter ausführen, aber ich habe keinesfalls vor, mich mit Worten zufriedenzugeben", sagte der neue ultrarechte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Donnerstag. Bei einem Besuch des Anschlagsorts kündigte auch der rechtsorientierte Regierungschef Benjamin Netanjahu eine Serie von Gegenmaßnahmen an. Die Armee will zwei weitere Batallione im Westjordanland stationieren, um weitere Anschläge zu verhindern.

Israel hob daraufhin Einreisegenehmigungen für 83.000 Palästinenser aus dem Westjordanland, die Angehörige zum Ramadan besuchen wollten, wieder auf. Auch bereits erteilte Genehmigungen für Einwohner des Gazastreifens wurden eingefroren, einschließlich Gebetsrechte auf dem Tempelberg. Netanjahu versammelte am Donnerstag in Tel Aviv das sogenannte Sicherheitskabinett zu einer Beratung über das weitere Vorgehen. 

 

Fatah-Partei: "Eine verständliche Antwort auf Israels Politik"

Das ehemalige deutsche Templerdorf liegt direkt gegenüber von Israels Militärhauptquartier und dem Verteidigungsministerium. Es ist ein beliebtes Ausgehziel, das auch von vielen Touristen besucht wird. Zu Jahresbeginn waren bei einem ähnlichen Anschlag in Tel Aviv drei Menschen getötet worden. Die Fatah-Partei von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas bezeichnete den blutigen Anschlag am Donnerstag als verständliche Antwort auf Israels Politik. Auch ein Führer der im Gazastreifen herrschenden Hamas lobte den tödlichen Anschlag. "Ruhm und Glückwünsche den Einwohnern Hebrons", schrieb Ismail Hanija bei Twitter.

In mehreren palästinensischen Städten wurde der Anschlag in Tel Aviv nach Medienberichten gefeiert, es seien Süßigkeiten verteilt worden. Bei einer Welle palästinensischer Anschläge sind seit Oktober 33 Israelis getötet worden. Mehr als 200 Palästinenser kamen ums Leben, die meisten davon bei den von ihnen verübten Anschlägen. Als Auslöser der Gewalt galt ein Streit um Gebets- und Besuchsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem. Zuletzt hatte es allerdings weniger Anschläge gegeben.

 

Zuletzt geändert am 9. Juni 2016