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Irak: Vormarsch unter schwarzer Flagge

Länder: Irak

Tags: ISIS, Dschihadisten

Ihr Banner ist schwarz, und sie wollen einen ultra-islamistischen Staat, der nahe an den Westen heranrückt: die Terrorgruppe ISIS. In den vergangenen Tagen hat ISIS immer mehr Gebiete im Irak erobert. Die Dschihadisten nahmen die Ölstadt Mossul ein, danach auch die Provinzhauptstadt Tikrit. ISIS rückt nun immer weiter in Richtung Bagdad vor. Die irakische Armee ist dieser Offensive nicht gewachsen. Wie in Zeitlupe scheint der Irak in ein immer größeres Chaos zu stürzen.

Mit den jüngsten Eroberungen kommt ISIS - „Islamischer Staat im Irak und in Syrien“ dem Ziel immer näher, ein großes geschlossenes Gebiet östlich des Mittelmeers zu beherrschen.

 

 

 

ISIS oder auch ISIL – „Islamischer Staat im Irak und in der Levante“ - wurde im Syrien-Konflikt stark. Seit 2013 nutzen die Ultraradikalen das Machtvakuum im Land Assads. Zunächst wurden die bestens ausgebildeten Kämpfer von den Assad-Gegnern begrüßt. Doch Hinrichtungen, Entführungen und extremste Moralvorstellungen brachten sie in Misskredit. Selbst mit der ehemals verbündeten al-Qaida liefern sie sich in Syrien blutige Gefechte.

 

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat ISIS während der Offensive Waffenarsenale der irakischen Armee erbeutet. Experten rechnen damit, dass die Terrorgruppe gefährlicher werden könnte als al-Qaida, mit deren Chef sie sich zerstritten hat. Die Zahl der Kämpfer wird auf rund 7.000 in Syrien und 6.000 im Irak geschätzt. Darunter sollen sich auch Deutsche, Briten, Franzosen und Dschihadisten aus anderen Ländern Europas befinden.

 

Neues Flüchtlingsproblem

Aus Mossul, der zweitgrößten Stadt im Irak, fliehen immer mehr Einwohner in eine humanitäre Katastrophe. Von rund zwei Millionen Menschen sollen mehr als 500.000 die Stadt bereits verlassen haben. Die Krankenhäuser der Stadt liegen in umkämpften Zonen. Die Internationale Organisation für Migration in Genf berichtete, Verletzte könnten dort nicht versorgt werden.

 

 

Die ISIL-Offensive am 11. Juni in Eilmeldungen

7:20 Uhr
Mehr als eine halbe Million Menschen flieht vor Kämpfen aus Mossul, der zweitgrößten Stadt des Iraks. Die Information stammt von der Organisation für Migration, einer Unterorgansation der Vereinten Nationen.

10:03 Uhr
Ein irakischer Schiiten-Führer ruft dazu auf, Brigaden zu bilden, um heilige Städten zu verteidigen.

10:06 Uhr
Dschihadisten richten in der Provinzhauptstadt Kirkuk 15 Mitglieder irakischer Sicherheitskräfte hin.

10:19 Uhr
In Athen bietet der irakische Außenminister Zebari Kurden die Zusammenarbeit an. Irakische Sicherheitskräfte und die kurdischen Peschmerga sollten gemeinsam Mossul befreien. Er ruft zu einer Regierung der nationalen Einheit gegen die "tödliche Bedrohung" durch ISIL auf.

11:33 Uhr
Die Terroristengruppe ISIL verkündet, sie habe nun Ninive erobert und plane weitere Attacken.

12:11 Uhr
In Mossul wird der türkische Konsul laut Polizei von Dschihadisten entführt.

13:06 Uhr
Nach türkischen Angaben befinden sich in Mossul 48 Personen in der Hand der Dschihadisten, darunter mehrere Kinder und der Konsul.

13:16 Uhr
Heftige Kämpfe zwischen irakischen Soldaten und Rebellen in Kirkuk.

13:47 Uhr
Tikrit ist in die Hände der Dschihadisten gefallen.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016