Indien: Majuli versinkt im Fluss

ARTE Reportage - Samstag, 13. August 2016 - 17:10

Länder: Indien

Tags: Klimawandel, Inseluntergang

Die Wasser des Brahmaputra reißen jedes Jahr große Brocken aus Majuli, der größten Flussinsel der Welt.

 

Inde : Majuli, un monde englouti

 

Die Armut und der Klimawandel verbinden sich in Indien zu einem teuflischen Kreis: Jahrzehntelang schlugen die Menschen auf Majuli die Bäume auf ihrer Insel und setzten damit die Erde der Erosion aus. Nun in den Zeiten des Klimawandels schmelzen die Gletscher des Himalaya, der Fluss führt dadurch viel mehr Wasser und schließlich veränderte er nach einem Erdbeben auch noch seinen Lauf – so kam es, dass er in den letzten Jahren immer mehr Erde von der Rändern der Insel mit sich riss. Wenn es so weitergeht, dann wird Majuli in den nächsten 15 Jahren untergehen und mit ihr die Dörfer und Felder und die Kultur von 200 000 Menschen auf der Insel. Nur einer kämpft seit Jahrzehnten gegen die Erosion auf Majuli: Sie nennen ihn den « Forestman » - mit seinen eigenen Händen pflanzt er schon seit Jahrzehnten Bäume auf seiner Insel.    

Vor 35 Jahren begann der Forestman Jadav Payeng damit, inzwischen ist sein Wald auf 500 Hektar angewachsen und damit größer als der Central Park in New York.  An Anfang lachten ihn die Anderen aus, sie hielten es für eine Marotte, dass er Bäume pflanzte. Aber heute sehen sie, das sein Wald die Erde von Majuli schützt: Die Bäume halten die Erde fest mit ihrem Wurzelgeflecht, der Fluss kann sie so nicht wegreißen. Inzwischen ist der „Forestman“ ein Held und auch die völlig überforderten Behörden erkennen ihn an. Schon allein deshalb, weil Bäume pflanzen weniger Geld kostet, als 200 000 Insulaner immer wieder umzusiedeln.
 

Von Sébastien Mesquida, Gildas Corgnet, Yann Le Gléau und Anil Gade – ARTE GEIE / What’s Up Productions – Frankreich 2015

Interview

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Zuletzt geändert am 12. August 2016