Impressionen von der Krim

Länder: Ukraine

Tags: Russland, Krim

Seit einem Jahr ist die Krim nun schon wieder russisch. Was hat sich in dieser Zeit verändert? Und wie beeinflusst die Ukraine-Krise das Leben auf der Krim?

Inflation frisst Putin-Prämie auf

Die Lieferengpässe machen sich für die Krim-Bewohner auch im Portmonee bemerkbar. Zwischen März und Dezember 2014 sind die Preise hier um etwa 50 Prozent gestiegen, erfahre ich. Und so nützt es den Rentnern und Staatsbediensteten nicht viel, dass ihre Bezüge nach dem Anschluss an Russland stark erhöht wurden - die Preissteigerungen fressen diese sogenannte "Putin-Prämie" auf. An den Kassen werden die Kunden übrigens per Aushang informiert, das Debit- und Kreditkarten “aus technischen Gründen” nicht akzeptiert werden. Der wahre Grund ist ein anderer: Die westlichen Kreditkartenanbieter haben sich, wie ich schon mal geschrieben habe, von der Krim zurückgezogen.

 

Inflation

Zurück zur Mangelwirtschaft?

Nicht nur im Tourismus hat sich die Lage auf der Krim verschlechtert - davon kann ich mich in diesem Supermarkt in Jalta überzeugen. In vielen Abteilungen starren mich leere Regale an - ein Bild, das man hier seit dem Ende des Sozialismus so nicht mehr kannte. Grund sind Lieferengpässe. Früher kamen die meisten Waren vom ukrainischen Festland, doch nun ist die Krim davon abgeschnitten, der Nachschub kommt auf dem Seeweg aus Russland - das ist natürlich kostspielig und immer wieder wird der Schiffsverkehr wegen schlechter Witterung unterbrochen. Das bekommen die Verbraucher zu spüren.

 

Leere Regale

“Ohne Touristen gibt es hier kein Leben”

Sergej lebt von den Gästen, die den weltbekannten Bade- und Kurort Jalta besuchen. An der hiesigen Strandpromenade betreibt er eine kleine Bar. Saisonstart ist jedes Jahr Anfang März, doch noch ist nicht viel los, das Wetter ist schlecht, windig und kalt. Und: Seit dem Anschluss der Krim an Russland sind die Gästezahlen eingebrochen. Zum Glück haben seine Stammgäste ihm die Treue gehalten. So war die vergangene Saison trotzdem gerettet, erzählt mir Sergej. Er hofft, dass sie auch dieses Jahr kommen. “Ohne Touristen gibt es hier kein Leben”, sagt er.

 

 

Kneipe
Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016