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Holland – Strom aus Fahrradwegen

Länder: Niederlande

Tags: SolaRoad, Solarzellen, Fahrradwege, Stromproduktion

In Amsterdam wird diesen Monat der erste Solarradweg der Welt eingeweiht.  Potenzial gibt es zur Genüge: Das gesamte Radwegnetz von Holland umfasst 35 000 Kilometer!
 

Das Projekt ist weltweit einzigartig – und entstand natürlich in den Niederlanden, denn dort ist Fahrradfahren eine wahre Religion. Der erste Radweg mit Solarzellenbelag befindet sich in Krommenie nördlich von Amsterdam. Er ist zunächst nur eine Teststrecke von rund siebzig Metern, erzeugt aber bereits Strom für drei Haushalte, berichtet die BBC. Die von den Ingenieuren im Rahmen des Projekts „SolaRoad“ verlegten Solarzellen sind in Betonmodule eingefasst und gegen Regen, Frost und Schnee resistent. In den Zellen verwandeln Siliziumkristalle das einfallende Sonnenlicht in Strom. Erkannt wurde das Potenzial der Radwege von dem holländischen Forschungsinstitut TNO, welches auch das Konzept entwickelt hat. Dessen größter Vorteil liegt darin, vorhandene Flächen zur Energiegewinnung zu nutzen, statt riesige Solarfarmen zu bauen. Und Radwege gibt es in Holland noch einige: Das gesamte Netz umfasst 35 000 Kilometer!  

 

Eine Idee für die ganze Welt

 

Der Gesellschaft SolaRoad zufolge könnten die Solarradwege künftig noch weitere Haushalte, aber auch Ampeln, Straßenbeleuchtung und sogar Elektroautos mit Energie versorgen. Leider ist der Solarzellenbelag rund 30 % ineffizienter als Photovoltaikplatten auf Hausdächern, was vor allem daran liegt, dass man sie nicht nach der Sonne ausrichten kann. Ein weiteres Problem sind die hohen Investitionen: Ein Solarradweg von hundert Metern kostet zurzeit noch über 3,6 Millionen Euro.

In den USA hatten die Ingenieure Julie und Scott Brusaw bereits 2006 einen Solarzellenbelag für Autobahnen entwickelt. Seit letztem Jahr bezieht das Ehepaar seinen Strom aus dem Pflaster des hauseigenen Parkplatzes. Die nötigen 1,4 Millionen Euro für das Straßenprojekt hatten sie mithilfe eines Promotionvideos gesammelt. Das Unternehmen The Solar Roadways behauptet: Wären alle Straßen der USA mit Solarzellen gepflastert, könnte das Land drei Mal soviel Energie erzeugen und den Treibhauseffekt um 75 % senken. Und wann kommt das Konzept nach Europa?  

 

Céline Peschard

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016