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Hochkonjunktur im weltweiten Waffenhandel

Länder: Welt

Tags: Rüstungsindustrie, Waffenhandel, Krieg

Nach dem jüngsten Bericht des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri erreichte der Waffenexport in den vergangenen fünf Jahren sein größtes Volumen seit dem Ende des Kalten Krieges. Die größten Exporteure sind die USA und Russland, die größten Importeure Indien und Saudi-Arabien. Die deutschen Exporte von Kriegsmaterial sind in den vergangenen fünf Jahren um 36 Prozent zurückgegangen.

Da die Volumina der Lieferungen von Jahr zu Jahr signifikant schwanken können, vergleicht das schwedische Friedensforschungsinstituts zwei Fünfjahresperioden miteinander (2012 bis 2016 und 2007 bis 2011).

 

Le commerce des armes se porte bien
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Die größten Exporteure waren nach Angaben von Sipri wie schon im Vorjahr die USA und Russland. Die USA haben ihr Waffenhandelsvolumen in den letzten fünf Jahren um 21 Prozent gesteigert. Fast die Hälfte der Lieferungen werden in den Nahen Osten verfrachtet. Dagegen beliefert Russland hauptsächlich Indien (70 Prozent), aber auch Vietnam, China und Algerien.

Im Ranking steht Deutschland auf Platz 5 hinter Frankreich. Die deutschen Exporte gingen in den vergangenen fünf Jahren jedoch um 36 Prozent zurück. Das schwedische Friedensforschungsinstitut macht dafür unter anderem einen Rückgang der Nachfrage in Europa verantwortlich. Deutschland liefert vorwiegend nach Südkorea, Griechenland, Israel und in die USA.

 

Größte Importeure sind Indien, Saudi-Arabien, die Vereinigte Arabische Emirate (UAE), China und Algerien.

Saudi-Arabien hat sein Importvolumen um 212 Prozent gegenüber der Periode von 2007 bis 2011 gesteigert. Das Land ist in mehrere regionale Konflikte involviert, zum Beispiel im Jemen.

Bemerkenswert ist die Zunahme des Importvolumens in Vietnam. Das Land, das hauptsächlich mit Russland Geschäfte abwickelt, ist von Platz 29 auf Platz 10 vorgestoßen.

Algerien ist größter Waffenimporteur des afrikanischen Kontinents. Das Land von Präsident Bouteflika bestellt umfassende Lieferungen in Russland und und weist gemäß dem Sipri ein höheres Importvolumen als Konfliktländer wie Nigeria, Sudan oder Äthiopien auf.

 

Zuletzt geändert am 22. August 2017