Hillary Clinton: Die Revanche

Länder: Vereinigte Staaten Von Amerika

Tags: Karl Zéro, Hillary Clinton

Nach Jacques Chirac, George W. Bush, Fidel Castro, Wladimir Putin und Kim Jong-un zeichnen Karl Zéro und Daisy d’Errata jetzt ein satirisch-bissiges Porträt von Hillary Clinton, der demokratischen Anwärterin für das Weiße Haus. ARTE führte ein zweistimmiges Interview mit den beiden Parodisten.

 

Was hat euch zu diesem „Being Hillary Clinton“ motiviert?

Karl Zéro und Daisy d’Errata: Erstens: sie ist eine Frau. Bisher hatten wir noch keine Ausgabe dieser Reihe einer Frau gewidmet. Zweitens haben wir im Gegensatz zu unseren anderen „Opfern“ eine gewisse Hochachtung vor Hillary Clinton: Die Frau ist hochintelligent, man könnte sogar sagen gewieft. Außerdem ist sie eine Vollblutpolitikerin, die ihr ganzes Leben und ihre Karriere lang nie wirklich so reden konnte, wie ihr der Schnabel gewachsen war – eben, weil sie eine Frau ist. Wir können ja in den USA nicht wählen, aber wenn wir es müssten, dann würden wir für sie stimmen. Sehen Sie eine Alternative? Hillary ist sicher nicht perfekt, sie ist hart, spielt nicht mit offenen Karten, ist berechnend und manipuliert … Aber all diese Fehler zusammen werden zur Tugend, weil gerade sie ihr den Wahlerfolg bringen könnten.

 

Warum klammert ihr euch an diese halb-parodistische Form von Politiker-Porträts?

Das ist unsere Unterschrift. Und unsere zweite Natur. Wir denken nicht, dass man eine Persönlichkeit mit einem trockenen, objektiven Porträt oder einem leicht humoristischen gerecht werden kann. Die Reihe will erklären, was diese Menschen antreibt und zum Träumen bringt. Wir zeigen die Großen dieser Welt einmal anders: menschlicher, ehrlicher. Das genaue Gegenteil eines Interviews, wenn man so will.

 

Wie arbeiten Sie?

Zunächst schauen wir uns einfach alles an, was es an Bildern gibt. Wir lesen alle Bücher und ziehen uns im Internet alle Faux-pas rein. Wir registrieren alles. Dann schreiben wir einen Textentwurf in der Ich-Form. Beim Schnitt verändert sich dieser Text dann erheblich, je nachdem, welche Archivbilder wir auswählen und welche O-Töne wir behalten.

 

Wird es eine nächste Folge geben? Über Donald Trump zum Beispiel?

Von dem hört man hoffentlich ab Mitte November nie wieder etwas! Nein, wir überlegen uns derzeit eine Fortsetzung rund um einen völlig unbekannten Prominenten: Prinz Charles. Die Geschichte eines Lebens, das eigentlich zu nichts nutze war …

 

Das Gespräch führte Emmanuel Raspiengeas für ARTE Magazine

 

Zuletzt geändert am 7. Juli 2016