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Hilfe für Migranten: Wenn Solidarität zum Verbrechen wird

Länder: Frankreich

Tags: Flüchltinge, Gericht

Im Département Alpes-Maritimes an der französisch-italienischen Grenze beschließen zahlreiche Einwohner aus Empörung über die Situation der aus Italien ankommenden Flüchtlinge, ihnen zu Hilfe zu kommen. Ihr solidarisches Engagement endet teilweise auf dem Polizeirevier oder sogar vor Gericht. So auch für Cedric Herrou. Ein Gericht in Nizza hat den französichen Olivenbauer verurteilt und eine Geldstrafe von 3000€ verhängt.

L'aide aux migrants en procès
Cedric Herrou: „Robin Hood der Migranten“ Der französische Olivenbauer hat Flüchtlinge aus Italien nach Frankreich gebracht. Und landete vor Gericht. Cedric Herrou: „Robin Hood der Migranten“

 

 

Bürgerengagement trotz dem Risiko strafrechtlicher Konsequenzen :

 

 

Die “Solidaritätsverbrecher” leisten Widerstand

 

Mehrere hundert Hilfsorganisationen, darunter Amnesty und Emmaüs, haben sich zum Kollektiv der “Solidaritätsverbrecher” zusammengeschlossen, um die Sanktionen gegen Personen anzuprangern, die Migranten zu Hilfe kommen. Am 8., 9. und 10. Februar fanden in Paris, Lille, Bordeaux und Nizza mehrere Kundgebungen des Kollektivs statt, um die breite Öffentlichkeit für diese Problematik zu sensibilisieren. Nach Auskunft der Mitglieder der Hilfsorganisationen hat die Medienberichterstattung über die jüngsten Prozesse für „Solidaritätsdelikte“ bereits einen Bewusstseinsprozess angestoßen. “Diese Situation hat wenigstens einen Vorteil, grinst Pierre-Alain Mannoni. „Es formiert sich Widerstand”.

Zuletzt geändert am 11. Februar 2017