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Hexen, Kindsmörderinnen und Giftmischerinnen: Frauen unter Verdacht

Länder: Frankreich

Tags: Exposition, droits des femmes, Justice

Von den Hexen im Mittelalter, über die Kindsmörderinnen und die Giftmischerinnen der 30er Jahre bis hin zu politischen Kämpferinnen - diese Frauen kamen alle auf die Anklagebank und wurden nicht für das verurteilt, was sie gemacht haben, sondern für das, was sie waren - Frauen! In Deutschland waren im August 2016 von 63.000 Inhaftierten nur 3.690 Frauen und dennoch üben weibliche Straftäter eine hohe Faszination aus. Denn kriminelle Energien liegen nicht in ihrer Natur, schließlich sollen sie für Frieden und soziale Ordnung sorgen. Kriminelle Frauen wirken verstörend und bis ins Jahr 1946 standen Frauen nur vor Richtern, nie vor Richterinnen. Heute sind die Richter mehrheitlich Frauen, doch der Kampf für Gleichberechtigung ist lange nicht zu Ende. Laut Angaben des Anwalts Emmanuel Pierrat, Autor des Buches "Les femmes et la justice" ("Die Frauen und die Justiz") braucht es noch mindestens eine Generation bis Frauen vor Gericht wie Durchschnittbürger, wie Männer, verurteilt werden. 

Das Museum des Pariser Nationalarchivs zeigt noch bis zum 27. März eine Ausstellung über die Geschichte berühmter Kriminalfälle - vom 14. bis zum 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen dabei Gerichtsverfahren gegen Frauen.

Présumées coupables, une histoire des femmes à la barre
Ausstellung: "Frauen unter Verdacht" Das Museum des Pariser Nationalarchivs zeigt eine Ausstellung über berühmte Kriminalfälle rund um Frauen. Ausstellung: