Haiti: Wie ein ewiger Fluch

ARTE Reportage - Samstag, 1. August 2015 - 17:05

Länder: Haiti

Tags: Haïti, Erdbeben, Korruption

Jean Christophe Rufin, ehemaliger Vorsitzender von "Ärzte ohne Grenzen" und "Action Contre la Faim" sagt über Haiti: "Man gewinnt den Eindruck, dass dieses Land nur existiert, um den Spendern in der ganzen Welt alle zehn Jahre wieder ein gutes Gewissen zu geben. Und man hat den Eindruck, dass das niemals enden wird." 

Haiti : Faillite Politique Et Humanitaire ?

Im Jahr 2005 waren die ARTE Reporter in Anse Rouge, iner der ärmsten Regionen Haitis im Nordwesten des Landes – zehn Jahre danach hat sich hier im Grunde nichts geändert. Die Menschen, die damals in der Reportage zu sehen waren, sagen, dass sie sich bis heute vom Staat vergessen fühlen. Die Milliarden Euro an Spenden würden sie nicht erreichen. Noch immer mischen sie hier Erde und Wasser zu einer Art Suppe, "um den Hunger zu stillen".

In der Hauptstadt Port au Prince rührt stehen die Bauarbeiten still, die der ehemalige Sänger und heutige Präsident Michel Martelly einmal in Auftrag gab: Die Firmen stehen alle unter Zwangsvollstreckung – sie gehören einem Unternehmer aus der Dominikanischen Republik, der wegen Korruption im Gefängnis sitzt. Fünf Jahre nach dem Erdbeben vom Januar 2010, sprechen sie hier immer noch von einem Fluch, der auf Haiti liegt.  

 

Von Michel Dumont, Olivier Besson, André Paultre – ARTE GEIE – Frankreich 2015 

 

Der Regisseur der Reportage, Michel Dumont, berichtet über seine Dreharbeiten auf Haiti:
Michel Dumont à propos de son reportage
In sechs Antworten beurteilt, Jean-Christophe Rufin, der ehemaliger Präsident von Ärzte ohne Grenzen, die humanitäre Situation auf Haiti:

 

 

Haiti – ein Rückblick

 

Ein Jahr nach dem schweren Erdbeben im Januar 2010 berichtete Michel Dumont für ARTE Reportage zum ersten Mal über die Lage auf Haiti.

 

8.01.

Ein Jahr nach dem Chaos

 

8. Januar 2011: Ein Jahr nach dem Erdbeben leben noch immer mehr als eine Million Menschen in Zelten, ihre Häuser wurden durch das Beben der Stärke 7,2 auf der Richterskala zerstört. Kaum einer hatte Lust, an den traditionellen Feiern zum Jahresanfang und zum Gedenken an die Unabhängigkeit im Jahr 1804 teilzunehmen. Von der bedrückenden Stimmung berichtet Michel Dumont in seiner Reportage "Haiti: Neujahr fällt aus".

 

 

 

5.01.

Das Leid der Amputierten.

 

 

15. Januar 2015: 5000 Frauen, Männer und Kinder mussten nach dem Erdbeben amputiert werden. Sie überlebten das große Unglück, aber in Haiti sind Behinderungen ein Stigma. Wie sie mit Prothesen lernten, in ihr Leben zurückzufinden und mit den Vorurteilen ihrer Mitmenschen umzugehen, das zeigt die Reportage "Haiti: Amputiert und ausgestoßen".

 

 

 

 

22.01.

Das vergessene Leid auf dem Land.

 

 

22. Januar 2014: Nach dem Erdbeben richtete sich die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit und der Hilfsorganisationen auf die völlig zerstörte Hauptstadt Port-au-Prince. Nur eine Hilfsorganisation machte sich auf den Weg ins Landesinnere, um dort zu helfen. Über das Schicksal der Menschen in den Siedlungen und Dörfern berichtet die Reportage "Haiti: Das Elend in den Dörfern".

 

 

 

 

29.01.

Der schwierige Wiederaufbau

 

 

29. Januar 2014: Haiti sollte mit Hilfe der internationalen Hilfsgelder schnell wieder aus den Trümmern auferstehen. Doch die Beträge werden aus Angst vor Korruption nur kleckerweise verteilt, hinzu kommt, dass die Baupläne der Regierung nur wenig Rücksicht auf die Lebensgewohnheiten der Haitianer nehmen, erklärt Michel Dumont in seiner Reportage "Haiti: Wiederaufbau mit Hindernissen".

 

Ein Internetdossier von Uwe-Lothar Müller, Janina Schnoor und Doantien Huet. 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016