Haiti: Neujahr fällt aus...

Länder: Haiti

Tags: Erdbeben

Zum Feiern ist nur wenigen Menschen in Haiti zumute am letzten Tag des Jahres 2010: Wie sollen sie das Erdbeben vom Januar letzten Jahres vergessen können im Angesicht der Trümmer in den Städten und Dörfern und des Elends in den Lagern. Der erste Tag des neuen Jahres ist eigentlich auch der Festtag der Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit am 1. Januar 1804. Unsere Reporter berichten im Januar in vier Reportagen über die Lage in Haiti ein Jahr nach dem Beben.

Ein Jahr nach dem Erdbeben leben noch immer mehr als eine Million Frauen, Männer und Kinder in Zelten, denn ihre Häuser sind zerstört worden. Fast 300 000  Menschen starben in den Trümmern, mehr als 200 000 wurden verletzt. Der Präsidentenpalast ist nur noch ein Haufen Steine so wie die Kathedrale von Port au Prince. Eines aber haben sich die Menschen trotz alledem nicht nehmen lassen: den alten Brauch, am ersten Tag des neuen Jahres die Suppe zu teilen mit Nachbarn und Freunden. Und die katholische Kirche verurteilte hart die Politiker, die die Haitianer in den letzen Tagen des alten Jahres dazu aufgefordert hatten, ihr Schicksal doch endlich in die eigenen Hände zu nehmen.

Eine Reportage von Michel Dumont, Eric Bergeron und Isabelle Nommay - ARTE GEIE - Frankreich 2010

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016