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Großbritannien – Prüfungstermine richten sich nach dem Ramadan

Länder: Großbritannien

Tags: Religion, Ramadan, Islam, Schüler

Verschiedene Termine der Abschlussprüfungen für die britische Sekundarstufe wurden geändert, damit tausende Schüler nicht während der Fastenzeit antreten müssen.

In diesem Jahr beginnt der Ramadan im Juni. Damit fällt er in eine typische Prüfungszeit für zahlreiche junge Europäer. Werden muslimische Schüler deshalb mit leerem Magen zur Prüfung erscheinen und tagsüber weder essen noch trinken dürfen? In Großbritannien soll das verhindert werden. The Times berichtete am 6. Januar, dass „die Termine für die wichtigsten Prüfungen, in Englisch und Mathematik, an den Anfang der Prüfungszeit verlegt werden, damit diese vor dem Beginn der Fastenzeit stattfinden.“

 

Courrier International zitiert eine weitere in der englischen Tageszeitung vorgestellte Möglichkeit, dass „bestimmte Prüfungen am Morgen stattfinden, bevor die muslimischen Schüler die Auswirkungen des Fastens spüren.“ Das Examen am Ende der Sekundarstufe wird von 16‑ bis 18‑jährigen Schülern abgelegt, jeder zwölfte ist muslimischen Glaubens. Die Hälfte aller in Großbritannien lebenden Moslems sind unter 25 Jahre alt und könnten von den Maßnahmen unmittelbar betroffen sein.

 

Dialog mit der muslimischen Glaubensgemeinschaft

 

Bei der Ausarbeitung der Details für die Neuorganisierung stehen die Schulen im Dialog mit Vertretern der muslimischen Glaubensgemeinschaften; laut The Times befürwortet die Mehrheit der Schulleiter die Änderungen. „Die Schulleiter der weiterführenden Schulen unterstützen eine Zusammenarbeit mit den Glaubensgemeinschaften sehr, um den Jugendlichen die Einhaltung des Ramadan zu ermöglichen, ohne dass dies negative Auswirkungen auf ihre Prüfungen hat“, erklärte Malcolm Trobe, Sprecher von The Association of School and College Leaders, gegenüber The Guardian