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Großbritannien – E Zigaretten auf dem Prüfstand

Länder: Großbritannien

Tags: E Zigaretten, Zigaretten

Enthüllungen der medizinische Fachzeitschrift The Lancet werfen Zweifel an einem Bericht auf, in dem sich staatliche Gesundheitsbehörden für E‑Zigaretten aussprechen. Drei der elf Autoren sollen von Herstellerseite bezahlt worden sein. 

 

In einer am 19. August veröffentlichten Untersuchung kam die dem britischen Gesundheitsministerium unterstellte Organisation Public Health England (PHE) zu überraschenden Schlussfolgerungen. Erstmals lobte eine öffentliche Gesundheitseinrichtung in Großbritannien die positiven Auswirkungen der E‑Zigarette, die Rauchern aus ihrer Nikotinabhängigkeit heraushelfen soll. „Verteilen Sie kostenlose E-Zigaretten“, ließen daraufhin sogar Verantwortliche aus dem Bereich der Gesundheitspolitik verlauten. Die Begeisterung, die dieser Bericht hervorgerufen hatte, ebbte durch Enthüllungen der medizinischen Fachzeitschrift The Lancet Ende August jäh wieder ab. Auch The Telegraph veröffentlichte den Artikel, der berichtet, dass von den elf Autoren, die 2014 im Namen von PHE ihre Untersuchung publizierten, drei von E-Zigaretten-Herstellern bezahlt worden sein sollen.

 

Le Courrier International griff ebenfalls die Kritik von The Lancet an der Haltung der britischen Gesundheitsbehörden auf, die den Interessenkonflikt auf der Pressekonferenz zur Präsentation der Studie unerwähnt ließen. Zudem habe die PHE laut dem Magazin eine „grundlegende Schlussfolgerung“ aus „bemerkenswert schwachen Indizien“ gezogen. Die Regierungseinrichtung hat auf diese Anschuldigungen in einem der Öffentlichkeit zugänglichen Schreiben geantwortet, das den Bericht bestätigt und auf eine Prüfung der Ergebnisse durch einen unabhängigen Gutachter verweist.

 

Gefahr für Jugendliche

 

Die PHE-Wissenschaftler halten E‑Zigaretten für zwanzig Mal unschädlicher als herkömmliche Glimmstängel. Die Autoren des Berichts behaupten unter anderen, dass 75 000 Leben gerettet würden, wenn alle britischen Raucher von einem Tag auf den anderen aufs „Dampfen“ umstiegen. Daher empfehlen sie eine ärztliche Verschreibung von elektrischen Zigaretten für Nikotinabhängige. Das ist jedoch gegenwärtig verboten, da die Geräte nicht als Medikament eingestuft sind.

 

Courrier International gibt auch die Warnungen von The Telegraph weiter, denn zahlreiche Untersuchungen weisen auf mögliche Schäden durch die elektronischen Zigaretten hin. So können die darin verwendeten Duftstoffe zu Atemproblemen führen und das Immunsystem angreifen. Ferner veröffentlichte die Universität von Kalifornien am 1. September eine Studie, laut der die E-Zigarette „Jugendliche zum Rauchen ermuntere“. Diese Ergebnisse bestätigen den im August von der Weltgesundheitsorganisation ausgesprochenen Hinweis, dass die Geräte „große Gefahren für Jugendliche“ mit sich brächten und in der Öffentlichkeit verboten werden sollten.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016