|

Griechenland: "Morgenröte"- Prozess erneut vertagt

Länder: Griechenland

Tags: Neonazis, Justice

Das Verfahren gegen die rechtsextremistische Partei „Goldene Morgenröte“ in Athen ist am Donnerstag zum zweiten Mal vertagt worden. Der nächste Prozesstermin wurde laut dem staatlichen Fernsehsender NERIT auf den 12. Mai festgesetzt. Insgesamt sind 68 Personen angeklagt, darunter der Parteichef Nikolaos Michaloliakos sowie mehrere ehemalige und aktuelle Abgeordnete und Funktionäre. Die Hauptanklage lautet: Bildung einer kriminellen Vereinigung. Zahlreichen Angeklagten werden zudem Körperverletzung und illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.

Die Parteiführung erschien nicht selbst zu der Verhandlung, sie ließ sich von Rechtsanwälten vertreten. Diese waren auch der Grund für die abermalige schnelle Vertagung. Die Verteidiger verlangten, der Prozess solle in einen größeren Saal verlegt werden. Das Gericht wollte diesem Ansatz nicht folgen. Nun soll das Justizministerium entscheiden. Der Prozess war bereits einmal, am 20. April, vertagt worden. 

Auslöser des Verfahrens ist ein tödlicher Zwischenfall, der sich im September 2013 ereignete. Damals war ein linker Musiker von einem Anhänger der „Goldenen Morgenröte“ erstochen worden. Der Mann gestand die Tat. Daraufhin nahm die Polizei Hausdurchsuchungen gegen die Parteispitze vor. Ungeachtet der Ermittlungen der Justiz wurde die rechtsradikale Partei bei den Parlamentswahlen am 25. Januar mit 6,3 Prozent der Stimmen die drittstärkste politische Kraft in Griechenland.

Nun lautet die Frage: Kann die griechische Justiz beweisen, dass die Partei tatsächlich eine kriminelle Organisation ist? Zu dem Prozess und seinen Hintergründen die Reportage von Adéa Guillot.

 

Grèce : le procès d'Aube Dorée

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016