Griechenland: Die Nazis wittern Morgenluft

Länder: Griechenland

Tags: Neonazis, Rechtsextreme

Die Griechen haben am vergangenen Wochenende die linksextreme Syriza an die Spitze ihrer neuen Regierung gewählt – bei dieser Erdrutsch-Wahl für die traditionellen Parteien gewann allerdings auch die rechtsextreme "Goldene Morgenröte": Sie wurde zur drittstärksten politischen Kraft im Parlament.

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Gegründet wurden die "Goldene Morgenröte" 1992 von Nikolaos Michaliokiakos und von ihm auch wieder reaktiviert in den ersten Tagen der großen Krise 2007. Sie schlugen sofort los, mit Worten und auch mit Fäusten, gegen Regierung, Einwanderer und Gewerkschafter, gegen alle die, die für die braunen Ideologen schuld seien an der Misere im Land.

Erst als nach den Wahlen im Mai 2012 immerhin 18 Abgeordnete der "Goldenen Morgenröte" ins Parlament einzogen, handelte die Regierung: Sie nahm den Gründer und sechs der Abgeordneten fest – damit meinte man, die Bewegung enthauptet zu haben. Aber die neuen Köpfe wuchsen schnell nach und gebärdeten sich noch gefährlicher als die Vorgänger: Ilias Kasidiaris, 33 Jahre alt, ist neuer Sprecher und charismatischer Führer der Neonazis in Griechenland.

Die ARTE Reporter beobachten die "Goldene Morgenröte" bereits seit zwei Jahren. Sie berichten, wie es den braunen Kampfgefährten gelang, eine für die griechische Demokratie hochgefährliche Akzeptanz ihrer Ideen zu erreichen.  

 

Von Angélique Kourounis, Thomas Jacobi und Nadir Kassim – ARTE GEIE / Yemaha Productions – Frankreich 2014 – Rediffusion